Zwei verfeindete Staatschefs in denselben Raum zu bringen, ist oft der schwierigste Teil bei der Beilegung eines Konflikts.
Hinter verschlossenen Türen erörtern Diplomaten unzählige Ideen über neutralen Boden und den perfekten Zeitpunkt. Nun versucht ein Staatschef, seinen Rivalen mit einem kühnen neuen Standort zu einer Entscheidung zu zwingen, berichtet Digi24.ro
Ein kühner amerikanischer Vorstoß
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt auf einen dramatisch neuen Rahmen für hochrangige Friedensgespräche. Während eines Telefonats am Wochenende mit Donald Trump unterbreitete der Staatschef die Idee, Wladimir Putin auf amerikanischem Boden zu treffen.
Laut Digi24, unter Berufung auf AFP und Agerpres, hofft Selenskyj, dass die Vereinigten Staaten als Gastgeberland die diplomatische Sackgasse durchbrechen könnten. Er möchte den russischen Staatschef dazu in die Enge treiben, eine formelle Einladung anzunehmen.
„Gestern (Sonntag) habe ich mit Präsident Trump die Möglichkeit erörtert, ein solches Treffen in den Vereinigten Staaten zu organisieren, in einem Format, das Putin viel schwerer ablehnen könnte“, kündigte Selenskyj in einem auf X veröffentlichten Video an.
Das ukrainische Staatsoberhaupt bleibt hinsichtlich des tatsächlichen Ergebnisses vorsichtig. „Wir werden sehen, was daraus wird“, fügte er in seiner öffentlichen Ansprache hinzu.
Das Standortproblem
Die Einigung auf einen sicheren Standort bleibt eine massive Hürde. Selenskyj hat wiederholt angeboten, sich persönlich mit seinem russischen Amtskollegen zusammenzusetzen.
Doch die beiden Lager sind bezüglich des Veranstaltungsortes völlig festgefahren. Berichten zufolge besteht der Kreml darauf, dass jegliche direkten Verhandlungen innerhalb der Grenzen Moskaus stattfinden müssten.
Diese Bedingung ist völlig indiskutabel. Eine Reise in die russische Hauptstadt unter den derzeitigen Umständen ist etwas, das der ukrainische Staatschef absolut nicht akzeptieren kann.
Die Schwergewichte versammeln
Auf der Suche nach einer praktikablen Alternative brachte Selenskyj am Montag eine weitere große globale Bühne ins Spiel. Er schlug vor, den russischen Präsidenten zum bevorstehenden G7-Gipfel in Frankreich einzuladen.
„Wir haben die Botschaft gesendet, dass wir bereit sind, Putin beim G7-Gipfel zu treffen, weil (Donald) Trump dort sein wird und (Emmanuel) Macron dort sein wird, also die Europäer plus Amerika. Dies ist eine gute Gelegenheit, ich denke, eine sehr gute Gelegenheit für uns alle, uns zu treffen“, sagte Selenskyj Reportern auf Englisch.
Diese Strategie setzt darauf, westliche Staats- und Regierungschefs zusammenzubringen, um eine geeinte Front zu bilden. Doch Moskau weist den Druck weiterhin zurück.
„Europa und die USA haben eine Einigung erzielt, und Russland hat einmal mehr gezeigt, dass es nicht bereit ist, Gespräche zu führen“, erklärte der ukrainische Präsident.
Quellen: Digi24.ro, AFP, Agerpres