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Selenskyj über russische Attentatsversuche: „Ich habe mich daran gewöhnt“

Volodomyr Zelenskyy
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Im Jahr 2024 waren zu diesem Zeitpunkt rund zehn Attentatsversuche auf Selenskyj registriert worden.

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Während der Krieg sich weiter hinzieht, ist die persönliche Sicherheit der ukrainischen Führungsspitze zu einer zentralen Sorge geworden.

Abseits des Schlachtfelds verfolgt Moskau nach Angaben Kyjiws Druckmittel verdeckter Art, die schwerer zu erkennen, aber nicht weniger gefährlich sind.

Laut einem Bericht von Le Monde, auf den sich RBC-Ukraine beruft, sind diese Bedrohungen Teil einer umfassenderen russischen Kampagne, die darauf abzielt, die Ukraine von innen heraus zu destabilisieren und zugleich die Entschlossenheit Europas auf die Probe zu stellen.

Leben unter Bedrohung

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass Anschläge auf sein Leben zu einer düsteren Realität der Führung in Kriegszeiten geworden seien. Mit Blick auf die Risiken, denen er ausgesetzt ist, beschrieb er, wie die anfängliche Angst allmählich einer nüchternen Akzeptanz gewichen sei.

„Wenn wir über Angst sprechen: Russland hat bereits mehrfach versucht, mich zu eliminieren. In gewisser Weise verspüre ich die Angst, die ich zu Beginn des Krieges hatte, nicht mehr. Ich habe mich daran gewöhnt; es ist Teil meines Lebens geworden“, sagte er.

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Selenskyj hatte zuvor erklärt, dass der ukrainische Geheimdienst bis 2024 rund zehn Attentatsversuche auf ihn registriert habe. Dies unterstreiche, so Vertreter der Behörden, die anhaltenden Bemühungen Moskaus, die Führung der Ukraine auszuschalten.

Europa und Verhandlungen

Der ukrainische Präsident äußerte sich zudem zu den Debatten in Europa über eine mögliche Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau. Er argumentierte, der derzeitige Druck auf den Kreml sei unzureichend, und warnte vor Verhandlungen ohne klare Bedingungen.

„Putin ist daran interessiert, Europa zu demütigen“, sagte Selenskyj.

Gespräche ohne wirksame Druckmittel würden lediglich dem Kreml nutzen und könnten die Position der Ukraine schwächen, statt den Frieden voranzubringen, fügte er hinzu.

Eine umfassendere Kampagne

Attentatsversuche beschränkten sich nicht auf den Präsidenten. Der frühere Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Wassyl Maljuk, erklärte, Russland habe einen Gefechtsstand, zu dem er unterwegs gewesen sei, mit zwei Raketen vom Typ Iskander angegriffen.

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Solche Vorfälle seien Teil eines umfassenderen und wiederholten Musters, so Maljuk, und verdeutlichten nach Angaben ukrainischer Vertreter den systematischen Charakter der russischen Vorgehensweise gegen hochrangige Persönlichkeiten.

Quellen: Le Monde, RBC-Ukraine