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Ungarns Orbán kritisiert US-Festnahme des venezolanischen staatschefs

Viktor Orbán
European Union / Wiki Commons

Eine dramatische US-Aktion im Ausland hat eine scharfe Reaktion eines der engsten europäischen Verbündeten von Donald Trump ausgelöst. Die Kommentare ordnen das Ereignis als Teil eines deutlich größeren Wandels der globalen Machtverhältnisse und der Stabilität ein.

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Die Äußerungen haben auch klare Implikationen für Ungarns künftige Ausrichtung.

Erste Reaktion

Laut Digi24.ro gab Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán seine erste öffentliche Stellungnahme ab, nachdem US-Präsident Donald Trump die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro angeordnet hatte.

Orbán, der sich seit Langem als politisch mit Trump verbunden darstellt, kritisierte die US-Operation dennoch in ungewöhnlich scharfen Worten.

„In den ersten Tagen dieses Jahres haben wir eine wichtige Erinnerung daran erhalten, dass die liberale Weltordnung sich in einem Zustand des Zerfalls befindet“, sagte Orbán und bezog sich dabei direkt auf das militärische Vorgehen der USA.

Verschiebung der Weltordnung

Der ungarische Regierungschef argumentierte, Trumps Rückkehr ins Weiße Haus markiere einen entscheidenden Wendepunkt. Er bezeichnete sie als einen „tödlichen Schlag“ für die bestehende globale Ordnung.

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„Doch die neue Welt befindet sich noch im Entstehen. Noch instabilere, unberechenbarere und gefährlichere Jahre liegen vor uns“, schrieb Orbán in einem von Digi24.ro zitierten Facebook-Beitrag.

Seine Kommentare stellten die Operation in Venezuela nicht als isoliertes Ereignis dar, sondern als Beleg für einen tiefergehenden systemischen Zusammenbruch.

Ungarns Position

Orbán verknüpfte seine Analyse mit der Innenpolitik und erklärte, sollte seine Partei FIDESZ – Ungarischer Bürgerbund – die Parlamentswahlen im April gewinnen, werde Ungarn eine Politik der Neutralität verfolgen.

„Wir wollen keine jungen Ungarn an die Front schicken, und wir wollen den ungarischen Staat und die Wirtschaft nicht zerstören“, sagte er.

Zugleich betonte er, Ungarn werde sich „vom Krieg“ in der Ukraine fernhalten, und bekräftigte damit seine langjährige Ablehnung einer stärkeren militärischen Beteiligung.

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Politische Botschaft

Die Erklärung spiegelt Orbáns übergeordnetes Narrativ wider, wonach Ungarn inmitten globaler Turbulenzen Stabilität und Souveränität priorisieren müsse.

Indem er sich von den Folgen der Konflikte der Großmächte distanzierte, stellte er seine Führung als Schutzschild gegen das dar, was er als zunehmend gefährliches internationales Umfeld beschrieb.

Quellen: Digi24.ro