Es lag vor Anker über kritischen Unterseekabeln.
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Die Royal Navy hat in dieser Woche ein mit Russland in Verbindung stehendes Schiff genau beobachtet, nachdem es stundenlang in Gewässern vor Südengland gestoppt hatte, berichten The Independent und The Daily Express US.
Der Aufenthaltsort des Schiffes gab Anlass zur Sorge wegen dessen, was sich in der Nähe unter dem Meeresboden befindet.
Beamte erklärten, der Vorfall unterstreiche die wachsende Beunruhigung über die Sicherheit kritischer Infrastruktur auf See vor dem Hintergrund breiterer Spannungen mit Moskau.
Ungewöhnliche Pause auf See
Den Berichten zufolge lief das Frachtschiff Sinegorsk am Dienstagabend in den Bristolkanal ein und schien rund zwei Meilen vor Minehead an der Nordküste von Somerset zu ankern.
Trackingdaten zeigten, dass das Schiff etwa 14 Stunden lang bewegungslos blieb, bevor es sich am Mittwochnachmittag weiterbewegte.
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Daten von MarineTraffic zufolge stoppte das Schiff kurz vor 23 Uhr und nahm die Fahrt erst gegen 14 Uhr am folgenden Tag wieder auf. Fünf Untersee-Telekommunikationskabel verlaufen innerhalb von drei Viertelmeilen von dieser Position.
Kabel und Bedenken
Zwei der nahe gelegenen Kabel sind Teil des TGN-Atlantic-Systems, das das Vereinigte Königreich mit New York verbindet. Ein weiteres, das EXA-Express-Kabel, verbindet Großbritannien mit Nova Scotia in Kanada, einem wichtigen Kommunikationsknotenpunkt.
Zwei weitere Kabel verbinden das Vereinigte Königreich mit Spanien und Portugal, berichtete The Telegraph.
Alicia Kearns, die sicherheitspolitische Sprecherin der Opposition, sagte: „Die Bewegungen dieses russischen Schiffes sind zutiefst verdächtig, direkt über unseren transatlantischen Tiefsee-Datenkabeln. Eine weitere Erinnerung an die anhaltenden und heimtückischen Bedrohungen, denen unser Land durch Putin und seine Verbündeten ausgesetzt ist.“
Militärische Überwachung
Flugverfolgungsdaten zeigten, dass ein Überwachungsflugzeug der Küstenwache am Mittwochmorgen etwa 30 Minuten lang um das Schiff kreiste. Später wurde ein Wildcat-Hubschrauber der Royal Navy vom Stützpunkt RNAS Yeovilton beobachtet, der das Schiff beim Kurs nach Westen überwachte.
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Das Verteidigungsministerium deutete an, das Schiff habe möglicherweise Schutz vor schlechtem Wetter gesucht. Das Met Office hatte Winde der Stärke 6 sowie mäßigen bis rauen Seegang vorhergesagt.
Ein wiedererkennbares Muster
Russische Schiffe wurden bereits zuvor mit Vorfällen in Verbindung gebracht, die Unterseeinfrastruktur betrafen.
Im Dezember hielten finnische Behörden einen russischen Tanker fest, nachdem Kabel zwischen Helsinki und Tallinn beschädigt worden waren.
Und am 23. Januar 2026 berichtete Reuters, dass die britische Royal Navy gemeinsam mit NATO-Verbündeten die Fahrt eines russischen Schiffes durch den Ärmelkanal verfolgte.
Quellen: The Independent, The Daily Express US, Reuters, The Telegraph