Ein vom Weißen Haus nach einer Festnahme im Zusammenhang mit einem Einwanderungsprotest veröffentlichtes Foto hat in Washington eine Kontroverse ausgelöst. Medienanalysen legen nahe, dass das Bild digital verändert wurde, was Fragen darüber aufwirft, wie offizielle Bildmaterialien in politisch aufgeladenen Fällen eingesetzt werden.
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Das Thema wurde von Digi24.ro berichtet, unter Berufung auf News.ro und eine Untersuchung von The Guardian.
Festnahme nach Protest
Die Frau im Zentrum der Bilder ist Nekima Levy Armstrong, eine von drei Personen, die am 22. Januar nach einem Protest in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota festgenommen wurden. Die Demonstration unterbrach einen Gottesdienst, nachdem Demonstrierende behauptet hatten, einer der Pastoren sei zugleich kommissarischer Leiter der örtlichen Behörde für Immigration and Customs Enforcement.
US-Justizministerin Pam Bondi gab die Festnahmen in sozialen Medien bekannt. Kurz darauf veröffentlichte Heimatschutzministerin Kristi Noem ein Foto, das Armstrong zeigt, wie sie von einem Polizeibeamten abgeführt wird – mit ruhigem Gesichtsausdruck und offenbar gefesselten Händen.
Ein zweites Bild
Weniger als eine Stunde später veröffentlichte das Weiße Haus eine andere Version desselben Moments. Auf diesem Bild wirkt Armstrong deutlich aufgewühlt und weint.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte das Foto erneut, das sich rasch im Internet verbreitete. Laut The Guardian unterschied sich das zweite Bild deutlich vom Original, sowohl im Ton als auch im Erscheinungsbild.
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Analyse des Guardian
The Guardian untersuchte beide Fotografien, indem sie übereinandergelegt wurden, und stellte fest, dass zentrale Elemente exakt übereinstimmten. Die Positionen der Beamten passten ebenso wie Hintergrunddetails und die Platzierung einer weiteren Person hinter dem festnehmenden Beamten.
Auf Grundlage dieses Vergleichs kam die Zeitung zu dem Schluss, dass es sich bei dem vom Weißen Haus veröffentlichten Bild nicht um ein separates Foto handelte, sondern um eine veränderte Version des Originals, die angepasst wurde, um Armstrongs Gesichtsausdruck und Hautfarbe zu verändern.
Offizielle Reaktion
Auf die Frage, ob das Bild digital manipuliert worden sei, wies das Weiße Haus den Vorwurf nicht direkt zurück. Stattdessen verwies es Journalistinnen und Journalisten auf einen Beitrag auf X von Kaelan Dorr, einem stellvertretenden Kommunikationsdirektor.
„Die Strafverfolgung wird weitergehen. Die Memes werden weitergehen“, schrieb er und fügte hinzu, Kritiker würden „die Täter abscheulicher Verbrechen verteidigen“.
Größeres Muster
Laut Poynter hat der offizielle X-Account des Weißen Hauses, der rund 3,5 Millionen Follower hat, seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit mindestens 14 Beiträge geteilt, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
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Der Vorfall hat die Debatte über den Einsatz veränderter Bilder durch staatliche Institutionen sowie über die Grenze zwischen politischer Botschaft und offizieller Kommunikation weiter verschärft.
Quellen: Digi24.ro, News.ro, The Guardian, Poynter