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Wochenlang unter dem Haus: Wie ein Bär einen Vorort von Los Angeles beschäftigte

Wochenlang unter dem Haus: Wie ein Bär einen Vorort von Los Angeles beschäftigte
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In vielen Regionen Kaliforniens verschwimmen die Grenzen zwischen Natur und Siedlungsgebiet. Waldbrände, Klimaveränderungen und dichter werdende Bebauung verändern das Verhalten von Wildtieren spürbar. Ein Fall aus der Nähe von Los Angeles verdeutlicht, wie konfliktreich diese Entwicklung sein kann.

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Im Mittelpunkt steht dabei weniger ein einzelnes Tier als ein strukturelles Problem.

Ein symptomatischer Fall

In Altadena, einer Wohngegend nordöstlich von Los Angeles am Übergang zu bewaldeten Bergregionen, suchte ein Schwarzbär über längere Zeit Schutz unter einem Wohnhaus. Nach einem Bericht der Los Angeles Times nutzte das Tier den Hohlraum unter dem Gebäude als Ruheplatz, was zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz führte.

Für den Hausbesitzer Ken Johnson bedeutete dies nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch Einschränkungen im Alltag. Teile der Versorgung mussten zeitweise abgeschaltet werden, weil Leitungen beschädigt worden waren.

Der Bär war den Behörden bereits bekannt und galt als standorttreu, wie das kalifornische Fischerei- und Wildtieramt mitteilte.

Grenzen staatlicher Mittel

Behördliche Versuche, das Tier zu vertreiben, blieben zunächst wirkungslos. Nach Angaben der Los Angeles Times kamen unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz, ohne dass der Bär dauerhaft verschwand.

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Solche Situationen sind für die zuständigen Stellen schwierig. Umsiedlungen gelten als kurzfristige Lösung, da viele Tiere in bekannte Reviere zurückkehren, wie das kalifornische Fischerei- und Wildtieramt erklärt.

Der Fall zeigt, wie begrenzt klassische Instrumente im urbanen Raum sein können.

Belastung für Betroffene

Johnson machte seine Lage öffentlich und sammelte Spenden für notwendige Reparaturen. Wie die Los Angeles Times berichtet, schrieb er: „Nachdem ich den Eaton-Brand überstanden hatte, verlor ich meinen Job, und kurz darauf begann der Bär, die Struktur meines Hauses zu beschädigen.“

Das Zitat macht deutlich, wie sich Naturkatastrophen, wirtschaftliche Unsicherheit und Konflikte mit Wildtieren im Alltag überlagern können.

Gerade nach großen Bränden geraten Haushalte in Grenzlagen, in denen Hilfe von außen entscheidend wird.

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Rolle der Zivilgesellschaft

Erst durch den Einsatz der BEAR League, einer auf Mensch-Bär-Konflikte spezialisierten Organisation, konnte der konkrete Fall beendet werden, wie die Los Angeles Times berichtet.

Die BEAR League arbeitete direkt im Kriechraum unter dem Haus, positionierte sich hinter dem Tier und setzte Lärm sowie gezielte Abschreckung ein, bis der Bär den Unterschlupf verließ.

Anschließend wurden zusätzliche Abschreckungsmaßnahmen installiert, um eine Rückkehr zu verhindern.

Der Fall macht deutlich, dass Prävention auf kommunaler Ebene eine Rolle spielt – etwa durch sichere Müllsysteme und klar geregelte Zuständigkeiten.

Quelle: Los Angeles Times

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