Startseite Politik Arktis unter Trump: Deal ohne Grönland und Dänemark

Arktis unter Trump: Deal ohne Grönland und Dänemark

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The White House, Public domain, via Wikimedia Commons

In Nuuk wird jede neue Meldung aus Washington genau verfolgt. Zu oft hat sich der Ton in kurzer Zeit geändert. Auch nach den jüngsten Signalen aus der NATO bleibt die Stimmung vorsichtig.

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Denn erneut wird über Grönlands Sicherheit gesprochen, ohne dass die Insel selbst am Verhandlungstisch sitzt.

Skepsis auf der Insel

In Grönland reagieren viele zurückhaltend auf die Ankündigung eines möglichen Abkommens zwischen den USA und der NATO. Wie die ARD-Tagesschau berichtet, steht eine Mehrheit der Bevölkerung den Forderungen aus Washington weiterhin kritisch gegenüber.

Eine Grönländerin beschrieb den Konflikt im dänischen Fernsehen als einen „Marathon, der nicht enden will“. Die Sorge sei groß, dass auf die jetzige Entspannung bald die nächste Kehrtwende folgen könnte.

Auch die politische Führung setzt klare Grenzen. Premierminister Jens-Frederik Nielsen sagte, sein Land sei zwar gesprächsbereit, doch: „Souveränität ist eine rote Linie.“

Deal ohne Mandat

Auslöser der Debatte war ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Kurz nach Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte der US-Präsident auf Truth Social, man habe sich auf einen „Rahmen für eine künftige Vereinbarung“ zur Sicherheit in der Arktis verständigt.

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Wie die Tagesschau berichtet, geht es dabei um ein stärkeres Engagement der Bündnisstaaten im hohen Norden, militärisch wie finanziell. Zudem sollen die USA künftig mitreden können, wenn andere Staaten in Grönland investieren wollen.

Auffällig ist, dass weder Dänemark noch Grönland an diesen Gesprächen beteiligt waren.

Alter Vertrag, neue Fragen

Ein zentrales Element ist laut Tagesschau eine mögliche Überarbeitung des Grönland-Vertrags von 1951. Dieser regelt die militärische Präsenz der USA auf der Insel und erlaubt eine Nutzung, wenn Washington die Verteidigung übernimmt.

Im Zuge einer Neufassung könnte auch das geplante US-Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ berücksichtigt werden, das Trump auf Grönland errichten will.

In diesem Zusammenhang wird auch ein Modell diskutiert, bei dem die USA auf bestimmten Arealen volle Hoheitsrechte hätten. Als Vergleich wird häufig auf britische Militärbasen auf Zypern verwiesen, die eigenständig verwaltet werden. Damit würde die US-Präsenz deutlich ausgeweitet.

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Klare Linien in Kopenhagen

Wie die Tagesschau berichtet, machte Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen im Gespräch mit dem Sender DR deutlich, dass NATO-Chef Rutte kein Mandat habe, über Souveränitätsfragen zu verhandeln. „Unsere roten Linien sind dieselben, die sie schon immer waren und auch weiterhin bleiben werden“, sagte sie.

Zugleich zeigte sie sich offen für Gespräche über eine stärkere Sicherheit in der Arktis, auch über den „Golden Dome“, sofern die territoriale Integrität respektiert werde. Grönland bleibe Teil des Königreichs, seine Zukunft müsse von der Insel selbst bestimmt werden.

Unsicherer Ausblick

Die NATO erklärte, die Gespräche zwischen Dänemark, Grönland und den USA würden fortgesetzt. Ziel sei es, zu verhindern, dass Russland oder China wirtschaftlich oder militärisch Einfluss auf Grönland gewinnen.

In Brüssel und Berlin wird die vorläufige Entschärfung begrüßt. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Europa sich auf einen unberechenbaren Partner einstellen muss. Ob aus dem angekündigten Rahmen tatsächlich ein tragfähiges Abkommen wird, ist offen.

Quellen: Tagesschau, DR

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