Startseite Politik Putins Diktatur könnte zu seinem eigenen Käfig geworden sein

Putins Diktatur könnte zu seinem eigenen Käfig geworden sein

Vladimir Putin
Skärmdump / @Gerashchenko_en / X

Mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine wird Wladimir Putins Herrschaft durch Unruhe in der Elite, wirtschaftliche Warnungen und Fragen darüber auf die Probe gestellt, wer ihn eines Tages ersetzen könnte. Keiner dieser Belastungsfaktoren deutet auf einen unmittelbar bevorstehenden Bruch hin, doch zusammen weisen sie auf einen Kreml hin, dem immer weniger einfache Optionen bleiben.

Der Krieg hat Putin in eine exponiertere Lage gebracht, als er offenbar erwartet hatte, als Russland 2022 seine groß angelegte Invasion begann.

Nach Angaben der Times ist Moskau zunehmend für interne Bedrohungen und Sicherheitsverstöße sensibilisiert, darunter Sorgen, dass Überwachungssysteme oder mobile Daten genutzt werden könnten, um hochrangige Beamte zu verfolgen.

Sergei Schoigu, Russlands früherer Verteidigungsminister und heutiger Sekretär des Sicherheitsrates des Landes, wurde als eine Person genannt, die unter ranghohen Militärkommandeuren weiterhin Einfluss besitzt.

Das ist bedeutsam, weil jede ernsthafte Herausforderung für Putin wahrscheinlich weniger von Straßenprotesten abhängen würde als von Kalkülen innerhalb der russischen Militär-, Sicherheits- und Wirtschaftselite.

Zusammengenommen deuten die Berichte darauf hin, dass Putins größte Verwundbarkeit möglicherweise nicht in einem offensichtlichen Rivalen liegt, sondern in dem schrumpfenden Spielraum innerhalb des politischen Systems, das er selbst aufgebaut hat.

Wirtschaftliche Warnungen

Zusätzlicher wirtschaftlicher Kontext kam von 19FortyFive, das auf eine Warnung des russischen Wissenschaftlers Robert Nigmatulin beim Moskauer Wirtschaftsforum im vergangenen Monat verwies, wonach Russland vor einer „existenziellen Krise“ stehe.

Nigmatulin verwies auf schwache Einkommen, hohe Sterblichkeit, Inflation, mangelnde Investitionen und Versäumnisse bei der Umsetzung von Putins wirtschaftlichen Anordnungen seit 2012. Seine Warnung war deutlich: „Wir sind spät dran! DIE ZEIT WARTET NICHT!“

Digi24 verwies zudem auf Umfragen, denen zufolge Putins Zustimmung selbst in Erhebungen mit Verbindung zum russischen Staat auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Krieges gefallen sei.

Kein einfacher Ausweg

Die Nachfolgefrage bleibt gefährlich, weil keine hochrangige Persönlichkeit offen dafür werben kann, Putins Position zu übernehmen.

Alexei Djumin, Sergei Sobjanin und Dmitri Patruschew sind die Namen, die von Analysten diskutiert werden.

Der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin wurde mit den Worten zitiert: „Ich bezweifle, dass Putin die Macht noch weitere zehn Jahre wird halten können.“

Jaschin argumentierte außerdem, Putins persönliche Herrschaft mache eine friedliche Machtübergabe unwahrscheinlich. Für die in den Berichten zitierten Analysten besteht die Sorge nicht nur darin, dass Putin zu lange an der Macht bleibt, sondern dass ein Nachfolger dasselbe System bewahren oder weiter verhärten könnte.

Damit ist die Nachfolge nicht nur eine Frage, wer auf Putin folgt, sondern auch, welche Art von System ihn überdauert.

Quellen: Digi24, The Times, 19FortyFive