Die Kosten werden auf 40 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Globale Handelsrouten verschieben sich rasant, während Russland neue Wege sucht, um Waren von traditionellen westlichen Kanälen abzuziehen.
Massive Infrastrukturprojekte entstehen in ganz Asien, angetrieben durch geopolitischen Druck und die Notwendigkeit wirtschaftlichen Überlebens.
Und ein gewaltiges neues Autobahnprojekt könnte bald mehrere wichtige regionale Akteure miteinander verbinden – falls China bereit ist, einen Teil des Projekts zu finanzieren.
Eine massive neue Route
Russland blickt auf China, um beim Bau einer großen Megaautobahn entlang des Kaspischen Meeres Hilfe zu erhalten. Kommersant berichtet, dass Moskau chinesische Technologie für den Bau bestimmter Knotenpunkte, Brücken und Abschnitte sowie finanzielle Unterstützung anstrebt.
Das ehrgeizige Projekt bildet den östlichen Zweig eines massiven Transportkorridors. Der Kreml unterstützt diesen 40 Milliarden US-Dollar teuren Plan bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Der russische stellvertretende Ministerpräsident Marat Chusnullin teilte die Nachricht auf einem Wirtschaftsforum in Kasan mit. Er enthüllte, dass Russland chinesische Staatsbanken für die notwendige Finanzierung ins Visier nimmt.
Den Westen umgehen
Die geplante Route beginnt mit einer 1.381 Kilometer langen Autobahn, die Moskau mit Astrachan verbindet. Von dort aus soll sie durch Kasachstan und Turkmenistan zu iranischen Häfen führen und schließlich Afghanistan und Pakistan erreichen.
Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges zwangen den Kreml, seine gesamte Handelsstrategie zu überarbeiten. Vor 2022, als Russland die Ukraine überfiel, liefen etwa 40 Prozent der russischen Exporte über Staaten, die heute als unfreundlich gelten.
Bis 2024 sank diese Zahl drastisch. Gleichzeitig haben sich die Lieferungen über den Iran und Zentralasien mehr als verdoppelt. Nun wollen regionale Beamte, dass 80 Prozent aller Frachtströme vollständig durch befreundete Länder verlaufen.
Dringende regionale Bedürfnisse
Diese neue kaspische Autobahn soll die Abläufe beschleunigen. Sie soll die Lieferzeiten für Fracht zwischen Moskau und dem Iran um bis zu 20 Prozent verkürzen.
„Die Schaffung eines östlichen Autobahnkorridors entlang des Kaspischen Meeres – durch Russland, Kasachstan und Turkmenistan, mit Zugang zum Iran sowie weiter nach Afghanistan und Pakistan – ist äußerst dringlich“, sagte Chusnullin laut RIA Novosti.
Der ursprüngliche Pakt für diesen Korridor wurde bereits im Jahr 2000 von Russland, Indien und dem Iran unterzeichnet. Ironischerweise bestand das ursprüngliche Ziel darin, asiatische Fracht über russisches Territorium nach Europa zu bringen. Heute fahren die Lastwagen in die entgegengesetzte Richtung.
Quellen: RIA Novosti, United24Media, The Moscow Times, Kommersant