Das Buch zeigt, wie wichtige Entscheidungen innerhalb eines kleinen Kreises getroffen wurden. Es beschreibt Auseinandersetzungen über die öffentliche Kommunikation, sensible Informationen und Diskussionen über die republikanische Nachfolge.
Regime Change (Übersetzung: Regimewechsel), ein neues Buch der New York Times-Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan, beleuchtet Donald Trumps zweite Amtszeit anhand interner Ereignisse, privater Gespräche und Berichte von Personen, die mit den Abläufen innerhalb der Administration vertraut sind.
Laut Axios basiert das Buch auf rund 1.000 Interviews und stützt sich damit auf eine breitere Grundlage als eine einzelne Sammlung von Insideraussagen. Die darin beschriebene Regierung wird als schwer zugänglich dargestellt; wichtige Entscheidungen seien häufig auf einen kleinen Kreis von Beratern und Regierungsvertretern beschränkt gewesen.
Haberman berichtet seit vielen Jahren über Trump, und die USA-Kommentatorin des dänischen Senders TV 2, Sofie Rud, bezeichnet sie als eine äußerst glaubwürdige Trump-Reporterin.
Das bei Simon & Schuster erschienene Buch behandelt Außenpolitik, den Einfluss der Medien, Technologieführer, die Epstein-Affäre sowie die republikanische Nachfolgepolitik.
Vance mahnte nach den Angriffen auf den Iran zur Zurückhaltung
Eine der zentralen Szenen des Buches spielt nach den US-Angriffen auf drei iranische Nuklearanlagen im Jahr 2025 und handelt von Vizepräsident J.D. Vance und Trump.
Während der Vorbereitungen auf Trumps öffentliche Ansprache riet Vance ihm laut der New York Times, sich sprachlich zurückzuhalten. Trump soll die Warnung jedoch zurückgewiesen haben.
„Ich weiß, was ich tue“, soll Trump geantwortet haben.
Trump behauptete später, der Einsatz habe Irans nukleare Fähigkeiten „vollständig und restlos ausgelöscht“. Als Vance am folgenden Tag bei ABC News auftrat, vermied er genau diese Formulierung.
Diese Wortwahl verärgerte Trump laut dem Buch und machte aus einer Formulierungsfrage einen Test der Botschaftsdisziplin.
„Das ist das Wort. Jeder muss einfach wiederholen, was ich sage. Ausgelöscht. Ausgelöscht“, soll er gesagt haben.
Geheimhaltung prägte die Berichterstattung
In einem Interview mit The Guardian erklärte Haberman, Trumps Gesundheitszustand gehöre nach wie vor zu den schwierigsten Themen ihrer Berichterstattung.
„Seine Gesundheit war für ihn schon seit Jahrzehnten ein streng abgeschottetes Thema“, sagte sie.
Swan beschrieb die größere Herausforderung in deutlichen Worten. Die Regierung sei für Journalisten extrem schwer zu durchdringen, weil so wenige Personen an den entscheidenden Entscheidungen beteiligt gewesen seien.
„Es ist verdammt schwer“, sagte er der Zeitung.
Seine Aussage unterstreicht einen der zentralen Punkte des Buches: Der Zugang zu Trumps engstem Kreis ist begrenzt, streng kontrolliert und selbst für hochrangige Regierungsvertreter häufig nicht möglich.
Murdoch wurde nach der Zukunft gefragt
Das Buch schildert außerdem ein Abendessen im Weißen Haus im Oktober, an dem Trump, Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und Medienunternehmer Rupert Murdoch teilnahmen.
Der Darstellung zufolge fragte Trump Murdoch in Anwesenheit von Vance und Rubio, welchen der beiden er als künftigen republikanischen Hoffnungsträger bevorzuge.
„Ich meine, J.D. hat das Potenzial, wirklich großartig zu werden“, wird Murdoch zitiert.
Als Trump nach Rubio fragte, fiel Murdochs Antwort direkter aus.
„Marco ist brillant“, soll er geantwortet haben.
Die Szene ergänzt das Bild einer Präsidentschaft, in der Loyalität, öffentliche Wortwahl und künftige Machtverhältnisse immer wieder vor denjenigen ausgelotet wurden, die davon unmittelbar betroffen waren.
Quellen: TV 2 Dänemark, The New York Times, The Guardian, Axios, ABC News, Simon & Schuster.