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Xi und Kim stärken ihre Beziehungen bei hochrangigem Treffen in Pjöngjang

Xi Jingping Kim Jong-Un
Shutterstock + Wiki Commons

Das Treffen zeigte, wie alte Bündnisse durch neue geopolitische Zwänge auf die Probe gestellt werden. Die öffentliche Inszenierung verdeckte einen eher praktischen Machtkampf um Einfluss.

Der zweitägige Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Pjöngjang signalisierte Pekings Bestreben, Nordkorea in seinem Einflussbereich zu halten, während Kim Jong Un die Beziehungen zu Russland weiter ausbaut.

Reuters berichtet, dass Xi Kim anhaltende Unterstützung zusicherte und zu einer engeren Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Handel, Diplomatie, Landwirtschaft und Technologie aufrief.

Laut BBC wurden keine konkreten Vereinbarungen bekannt gegeben. Dennoch erklärte Kim, dass Xis Entscheidung, Pjöngjang für seinen ersten Staatsbesuch des Jahres zu wählen, die „höchste Bedeutung“ unterstreiche, die China den bilateralen Beziehungen beimisst.

China hat weiterhin Gründe für die Nähe zu Nordkorea

Nordkorea bleibt ein zentraler Bestandteil von Chinas Regionalstrategie. Analysten bezeichnen das Land häufig als Puffer zwischen China und dem mit den USA verbündeten Südkorea sowie als strategischen Hebel in Pekings Rivalität mit Washington.

Craig Singleton von der Foundation for Defense of Democracies sagte laut Reuters:

„Der Gipfel zwischen Xi und Kim erinnert daran, dass Peking Pjöngjang weiterhin als strategischen Aktivposten betrachtet.“

Der Besuch erfolgte zudem vor dem Hintergrund einer erneuten Annäherung zwischen Nordkorea und Russland, die Kim mehr diplomatischen Spielraum verschaffen könnte als zuvor.

Der Empfang hatte politisches Gewicht

Kim begrüßte Xi mit einem roten Teppich, einer Ehrenwache, Blumen von Kindern und einem Salut mit 21 Schüssen. Die BBC berichtete zudem von akrobatischen Darbietungen im Rahmen des Empfangs.

Bei einem Bankett erklärte Xi, China und Nordkorea seien „durch Berge und Flüsse verbunden und teilten ein gemeinsames Schicksal“.

Kim bekräftigte seinerseits die Unterstützung für Pekings „Ein-China-Prinzip“.

Die beiden Staatschefs würdigten außerdem den 65. Jahrestag ihres Verteidigungspakts, der derzeit Chinas einziger formeller Verteidigungsvertrag ist.

Die Nuklearfrage blieb außen vor

In den Zusammenfassungen staatlicher Medien spielte die Denuklearisierung keine zentrale Rolle. Dieses Schweigen spiegelt einen breiteren Wandel wider, da China öffentlich weniger Nachdruck in Bezug auf das nordkoreanische Atomprogramm zeigt.

Vor Xis Ankunft präsentierte Pjöngjang Pläne für einen 10.000 Tonnen schweren Zerstörer und betonte erneut seinen Status als Atommacht. Nach Schätzungen von SIPRI verfügt Nordkorea über etwa 60 Atomsprengköpfe.

Xi und Kim besuchten den Freundschaftsturm und pflanzten eine Tanne als Symbol für die dauerhaften Bindungen zwischen beiden Ländern.

Die BBC verwies auf die Sorge von Analysten, dass China weiterhin frustriert darüber sein könnte, dass Nordkorea sich weigert, dem chinesischen Entwicklungsmodell zu folgen.

Quellen: BBC, France24, Digi24, Reuters, SIPRI.