Startseite Polizei Chinesischer Staatsbürger nahe NATO-Operationszentrum in Norwegen festgenommen

Chinesischer Staatsbürger nahe NATO-Operationszentrum in Norwegen festgenommen

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Die norwegischen Behörden ermitteln in zwei separaten mutmaßlichen Spionagefällen, in die chinesische Staatsbürger verwickelt sind, die in der Nähe strategisch wichtiger Militär- und Luftfahrteinrichtungen im Norden des Landes festgenommen wurden.

Die Vorfälle, die sich beide im norwegischen Fylke Nordland ereigneten, haben neue Sicherheitsbedenken hinsichtlich Überwachungsaktivitäten in der Nähe von NATO-Infrastruktur und arktischen Verteidigungsanlagen aufgeworfen, wie DR News berichtet.

NATO-verbundener Standort

Nach Angaben des norwegischen Polizeilichen Sicherheitsdienstes (PST) wurde ein 46-jähriger Chinese in Untersuchungshaft genommen, nachdem er sich angeblich für eine gewisse Zeit in einem Bunker auf dem Luftwaffenstützpunkt Bodø aufgehalten hatte.

Der militärische Teil des Stützpunktes beherbergt das regionale Combined Air Operations Centre (CAOC) der NATO, das Luftoperationen in der gesamten nordischen Region koordiniert.

Staatsanwältin Kathrine Tonstad erklärte gegenüber DR News, die Ermittler prüften, ob der Verdächtige versucht habe, Informationen im Zusammenhang mit dem militärischen Teil der Einrichtung zu erlangen.

„Die Ermittlungen müssen ergeben, ob der Beschuldigte versucht hat, Informationen im Zusammenhang mit dem militärischen Teil des Luftwaffenstützpunktes Bodø zu erlangen, und wenn ja, zu welchem Zweck“, so Tonstad.

Der Mann bestreitet die Vorwürfe, wie der norwegische Sender NRK berichtet.

Zweite Spionageuntersuchung

Die Festnahme folgt auf einen weiteren jüngsten Fall, bei dem eine Chinesin Anfang dieses Monats auf der Insel Andøya festgenommen wurde.

Die norwegischen Behörden beschlagnahmten Berichten zufolge während der Ermittlungen einen 22-Tonnen-Satellitenempfänger und vermuten, dass ein in Norwegen registriertes Unternehmen als Tarnung für chinesische Staatsinteressen gedient haben könnte.

Andøya gilt als strategisch wichtig, da es militärische Einrichtungen, einen Weltraumbahnhof und Testgebiete für fortschrittliche Waffensysteme beherbergt.

Norwegischen Medien zufolge nutzen die Streitkräfte des Landes das Gebiet, um Systeme wie die NASAMS-Flugabwehr und HIMARS-Werfer zu testen.

China hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und sie als „haltlos und bösartig“ bezeichnet.

Sicherheitssignal

Die schwedische Kriminologin Anna Lioufas vom FOI Total Defence Research Institute erklärte, Norwegens ungewöhnlich öffentliche Handhabung der Ermittlungen könnte selbst als politische Botschaft gedacht sein.

„In unserem Bericht haben wir festgestellt, dass nur sehr wenige Länder tatsächlich so transparent sind“, sagte sie gegenüber DR.

Lioufas sagte, einige europäische Staaten zögen es vor, mutmaßliche Spione stillschweigend auszuweisen, während andere Ermittlungen öffentlich machten, um Entschlossenheit gegenüber ausländischen Geheimdienstoperationen zu signalisieren.

Sie fügte hinzu, dass strategische arktische Infrastruktur und satellitenbezogene Einrichtungen Nordnorwegen besonders attraktiv für Spionageaktivitäten machten.

Umfassendere Bedenken

Lioufas war kürzlich Mitautorin einer Studie, die Spionageverurteilungen in ganz Europa zwischen 2008 und 2024 untersuchte.

Die Untersuchung ergab, dass die meisten verurteilten Spione in Europa mit Russland in Verbindung standen, obwohl mehrere Fälle China betrafen und sich auf langfristige strategische Ziele wie Forschung und Infrastrukturüberwachung konzentrierten.

Die Studie stellte auch fest, dass viele in Spionagefälle verwickelte Personen gewöhnliche Zivilisten ohne Sicherheitsfreigaben waren.

„Jeder kann tatsächlich ein Spion sein“, sagte Lioufas.

Quellen: DR News, NRK, VG