Ein ungewöhnlicher Versicherungsfall wegen Schäden an einem Luxusauto hat in Kalifornien zu Verurteilungen geführt. Was zunächst als Tierangriff gemeldet wurde, entpuppte sich als deutlich gezielteres Vorgehen.
Ein Wendepunkt in dem Fall kam mit dem Ausmaß der Verluste. Nach Angaben des California Department of Insurance wurden Versicherer mit Forderungen von mehr als 141.000 US-Dollar konfrontiert — eine Summe, die während der Ermittlungen erhöhte Aufmerksamkeit erregte.
Wie People berichtete, entschieden sich drei Angeklagte — Alfiya Zuckerman, Ruben Tamrazian und Vahe Muradkhanyan —, die Anklage wegen schweren Betrugs nicht anzufechten. Ein Gericht verhängte später Haftstrafen von 180 Tagen sowie zwei Jahre Bewährung unter Aufsicht.
Rückerstattungsanordnungen erhöhten zusätzlich das Gewicht der Strafen. Zuckerman wurde zur Rückzahlung von 55.360 US-Dollar verpflichtet, Tamrazian zu 52.268 US-Dollar, während der endgültige Betrag im Fall Muradkhanyan noch aussteht.
Wie der Fall aufgedeckt wurde
Was den Anspruch zunächst stützte, war Videomaterial, das scheinbar einen Bären im Inneren eines Rolls-Royce Ghost zeigte, der sich im Fahrzeuginnenraum bewegte und sichtbare Schäden hinterließ.
Der Antrag hätte Bestand haben können, wenn nicht Unstimmigkeiten die Aufmerksamkeit der Ermittler geweckt hätten.
Eine genauere Prüfung veränderte alles. Beamte erklärten: „Bei näherer Untersuchung des Videos stellte die Ermittlung fest, dass es sich bei dem Bären tatsächlich um eine Person in einem Bärenkostüm handelte“, ein Ergebnis, das laut People aus einer Erklärung der staatlichen Versicherungsbehörde hervorgeht.
Diese Schlussfolgerung wurde durch Wildtierexperten bestätigt, die gebeten wurden, das Material zu beurteilen.
Die Entdeckung des Kostüms bei einer Durchsuchung lieferte ein entscheidendes Beweisstück. In Betrugsermittlungen werden ungewöhnliche Ansprüche häufig mit Expertenanalysen und physischen Beweisen abgeglichen — ein Verfahren, das inszenierte Vorfälle schnell aufdecken kann, wenn Details nicht übereinstimmen.
Ein breiteres Muster
Der Vorfall mit dem Rolls-Royce war kein Einzelfall. Als Ermittler die Unterlagen genauer prüften, identifizierten sie weitere Anträge, die mit demselben Datum und Ort verknüpft waren.
Diese betrafen einen Mercedes G63 AMG und einen Mercedes E350. Beamte stellten ein wiederkehrendes Vorgehen fest und erklärten: „Jeder dieser Ansprüche betraf zwei verschiedene Fahrzeuge … und die Verdächtigen schienen erneut ein Bärenkostüm verwendet zu haben“, so People.
Solche Überschneidungen — identischer Zeitpunkt, Ort und Methode — sind ein häufiger Auslöser für eine vertiefte Prüfung durch Versicherer und legen oft koordinierte Aktivitäten statt einzelner Ereignisse offen. In diesem Fall half dieses Muster den Behörden, mehrere Anträge zu einem einzigen Betrugsschema zu verbinden.
Ein vierter Angeklagter, Ararat Chirkinian, soll im September 2026 erneut vor Gericht erscheinen, während das Verfahren fortgesetzt wird.
Quellen: People, California Department of Insurance