Ein Mordfall in Texas hat schnell Landesgrenzen überschritten, nachdem ein Angeklagter verschwunden war, während er gegen Kaution auf freiem Fuß war. Inzwischen wurde er in Europa ausfindig gemacht, wo sich ein neuer Rechtsstreit anbahnen könnte.
Die Behörden befassen sich sowohl mit einer Mordermittlung als auch mit den Komplikationen internationaler Ingewahrsamnahme.
Lee Mongerson Gilley, 39, verschwand, nachdem er seine gerichtlich angeordnete Fußfessel abgeschnitten hatte, wie PEOPLE berichtet. Sein Anwalt Dick DeGuerin sagte, er sei zunächst nach Kanada gereist, bevor er weiter nach Italien geflogen sei.
Am 1. Mai wurde laut KPRC ein „strap tamper“-Alarm ausgelöst, also ein Hinweis auf eine Manipulation des Bandes. Danach konnten die Behörden ihn nicht mehr erreichen.
Lange blieb er nicht untergetaucht. Italienische Behörden nahmen ihn nach seiner Ankunft fest. Gilley erklärte ihnen, er werde „zu Unrecht strafrechtlich verfolgt“, und beantragte Asyl. Dabei verwies er auf seine Angst vor der Todesstrafe.
Schwere Vorwürfe
Im Zentrum des Falls steht der Tod seiner Ehefrau Christa Bauer Gilley im Jahr 2024. Sie war schwanger.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sie getötet zu haben. In Gerichtsunterlagen heißt es, er habe ihren Tod verursacht, indem er „Druck auf Christa Gilleys Hals und oberen Rücken ausübte“.
Zunächst sagte Gilley der Polizei, sie habe eine Überdosis genommen. Er behauptete, er habe versucht, sie zu retten, als er sie bewusstlos aufgefunden habe.
Diese Darstellung hielt nicht stand. Medizinisches Personal stellte laut Unterlagen, die PEOPLE vorliegen, „Blutergüsse und offensichtliche Verletzungen im Gesicht“ fest.
Das Harris County Institute of Forensic Sciences stufte den Tod später als Tötungsdelikt ein und gab „Kompression des Halses“ als Todesursache an.
Vor seiner Ausreise
Ermittler sagen, Gilley habe später eingeräumt, dass das Paar vor ihrem Tod gestritten habe. Zugleich habe er gesagt, sie sei nicht suizidgefährdet gewesen und habe keine Drogen genommen, wie KPRC berichtete.
Er war im Oktober 2024 festgenommen und gegen eine Kaution von 1 Million Dollar freigelassen worden. Die Auflagen waren streng: Er musste eine Fußfessel tragen und in Texas bleiben, sofern ihm keine Reisegenehmigung erteilt wurde.
Gerichtsunterlagen, die in lokalen Berichten zitiert werden, deuten darauf hin, dass er seine Flucht geplant haben könnte. Er soll sich erkundigt haben, wie er eine andere Identität erlangen könne, um das Land verlassen zu können.
Nun richtet sich der Fokus darauf, was als Nächstes geschieht. Italien lehnt Auslieferungen in Fällen, in denen die Todesstrafe droht, in der Regel ab, sofern keine Garantien abgegeben werden. Das könnte beeinflussen, ob Gilley in die Vereinigten Staaten zurückgebracht wird.
Quellen: PEOPLE, KPRC