Urteil in Brokstedt: Tödliche Messerattacke führt zu lebenslanger Haft

Geschrieben von Olivia Rosenberg

1 Woche vor

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16/05/2024
Foto: Shutterstock
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Die psychische Debatte im Brokstedt-Prozess.

Das Landgericht Itzehoe hat ein Urteil in einem aufsehenerregenden Fall gefällt: Ein 34-jähriger Palästinenser wurde wegen zweifachen Mordes und vierfachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 

Der Angeklagte hatte im Januar 2023 in einem Regionalzug bei Brokstedt zwei Menschen getötet und vier weitere schwer verletzt. 

Die Gerichtskammer stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.

Laut NDR sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen und mit Heimtücke handelte, indem er willkürlich Fahrgäste als Opfer auswählte. 

Dies trug maßgeblich zur Einstufung der Taten als Mord bei. Die Verteidigung ließ offen, ob sie Revision gegen das Urteil einlegen wird, was die Rechtskraft des Urteils noch verzögern könnte.

Während des Prozesses wurde auch die psychische Verfassung des Täters thematisiert. 

Trotz vorangegangener traumatischer Erlebnisse in Palästina und einer daraus resultierenden posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sah das Gericht seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit als nicht beeinträchtigt an. 

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass die Tat aus Frust über seinen ungeklärten Aufenthaltsstatus erfolgte, und beschrieb das Handeln des Angeklagten als heimtückisch.