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Frankreich und Großbritannien dominieren die Liste der kriminalitätsbelastetsten Städte Europas

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Der Alltag in Großstädten kann sich von einer Straße zur nächsten stark unterscheiden. Belebte Viertel, späte Abendstunden und ungewohnte Umgebungen prägen oft das Sicherheitsempfinden der Menschen.

Europas bekannteste Städte werden häufig mit Bildern von Cafés, Kathedralen, Museen und Uferpromenaden beworben. Doch Zahlen von Numbeo und ein Video von Atlas Chronicles zeichnen für mehrere Städte ein weniger geschöntes Bild.

Atlas Chronicles bezeichnet Bradford als die gefährlichste Stadt Europas, während die vorliegende Numbeo-Tabelle für 2026 Marseille auf Platz eins führt, gefolgt von Birmingham, Grenoble, Neapel und Coventry. Bradford belegt in derselben Tabelle Rang acht.

Der Kriminalitätsindex von Numbeo basiert auf Einschätzungen von Nutzern und nicht auf offiziellen Polizeidaten.

Er spiegelt wider, wie Menschen Sicherheit erleben oder wahrnehmen. Diese Wahrnehmung kann durch jüngste Vorfälle, lokale Medienberichterstattung, das Nachtleben, Verkehrswege und persönliche Gewohnheiten beeinflusst werden.

Dieser Unterschied ist wichtig. Eine Stadt mit einem hohen Indexwert kann dennoch sichere Wohnviertel, beliebte Familiengegenden und Bereiche haben, in denen sich Besucher häufig aufhalten und schwere Vorfälle selten sind.

Frankreich dominiert die Spitzenplätze

Französische Städte tauchen immer wieder auf. Marseille führt die vorliegende Numbeo-Tabelle mit einem Kriminalitätsindex von 67,1 an, während Grenoble auf dem dritten Platz liegt. Auch Montpellier, Lyon, Nantes, Paris und Nizza gehören zu den höher eingestuften Städten.

Laut Atlas Chronicles hängen die schwerwiegenderen Probleme in Marseille häufig mit Bandenkriminalität in bestimmten Stadtteilen zusammen, während Besucher eher mit Diebstählen in stark frequentierten Bereichen konfrontiert werden.

Grenoble wird mit Autoaufbrüchen, Fahrraddiebstählen und Straßenkriminalität in belebten Gegenden in Verbindung gebracht.

Paris und Nizza bleiben weltweite Reiseziele, doch das Video weist auf Taschendiebstähle in der Nähe von Sehenswürdigkeiten, Verkehrsknotenpunkten und stark besuchten Promenaden hin.

Britische Städte rücken in den Fokus

Auch Großbritannien ist auf der Liste stark vertreten. Numbeo führt Birmingham auf Platz zwei, Coventry auf Platz fünf, Bradford auf Platz acht, Manchester auf Platz dreizehn und London auf Platz fünfzehn.

Atlas Chronicles bringt Birmingham mit Bandenaktivitäten in einigen Stadtteilen sowie Diebstählen an stark frequentierten öffentlichen Orten in Verbindung.

Coventry wird als eine Stadt beschrieben, in der Ausgehviertel, studentisch geprägte Gegenden, Fahrzeugdiebstähle und Fahrraddelikte besondere Vorsicht erfordern.

Bradford stellt den deutlichsten Widerspruch zwischen den beiden Quellen dar. Das Video setzt die Stadt auf Platz eins und verweist auf Waffendelikte, gefährliches Fahrverhalten sowie eine gemeldete Kriminalitätsrate von 158 Straftaten pro 1.000 Einwohner im Jahr 2023. Numbeo ordnet Bradford hingegen hinter mehreren französischen, britischen und italienischen Städten ein.

Kleine Entscheidungen beeinflussen das Risiko

Für Reisende ist die praktische Lehre oft einfach: Taschen in öffentlichen Verkehrsmitteln geschlossen halten, Mobiltelefone in dichten Menschenmengen nicht offen zur Schau stellen, lizenzierte Taxis nutzen und in Ausgehvierteln spät nachts besonders vorsichtig sein.

Dieselbe Stadt kann sich mittags in der Nähe eines Museums ruhig anfühlen und nach Mitternacht vor einer Bar oder einem Bahnhof völlig anders wirken. Ort und Zeitpunkt sind oft ebenso entscheidend wie der Name der Stadt.

Neapel, Lüttich, Manchester, London, Lyon und Montpellier werden alle in diesem Zusammenhang genannt, doch keine dieser Städte lässt sich auf einen Kriminalitätsindex reduzieren. Es sind weiterhin Orte, an denen Menschen täglich leben, studieren, arbeiten und die Besucher sicher aufsuchen.

Die Zahlen lassen sich am besten als Karte potenzieller Problembereiche verstehen. Sie zeigen auf, wo Vorsicht angebracht sein kann – nicht, wo das Leben oder das Reisen enden sollte.

Quellen: Atlas Chronicles, Numbeo