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Babynahrung zurückgerufen – Hersteller reagieren europaweit

Babynahrung zurückgerufen – Hersteller reagieren europaweit

Die laufenden Rückrufaktionen bei Babynahrung rücken mögliche Gesundheitsgefahren für Säuglinge in den Fokus.

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Mehrere große Hersteller ziehen aktuell Säuglingsnahrung aus dem Handel. Der Schritt erfolgt vorsorglich, nachdem ein möglicher Schadstoff in einer Zutat entdeckt wurde.

Während Rückrufe bereits laufen, befassen sich nun auch europäische Fachbehörden mit der Frage, wie groß das Risiko für Babys tatsächlich ist.

Rückrufe im Handel

Ausgangspunkt der aktuellen Warnungen sind Rückrufaktionen in Deutschland. Wie der Lebensmittelhersteller Danone erklärte, werden mehrere Chargen der Babynahrung „Aptamil“ vorsorglich zurückgerufen. In den betroffenen Produkten könne das Bakteriengift Cereulid enthalten sein.

Nach Angaben des Unternehmens erfolge der Rückruf in Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden. Auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé habe bereits mehrere Säuglingsnahrungsprodukte aus dem Verkauf genommen.

Nach Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) laufen inzwischen in mehreren Ländern weltweit vergleichbare Rückrufaktionen bei Babynahrung.

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Rolle der EU

Vor dem Hintergrund der internationalen Fälle schaltete sich nun die europäische Ebene ein. Nach Angaben der Efsa bat die EU-Kommission die Behörde um eine wissenschaftliche Einschätzung zu Cereulid.

Konkret soll bewertet werden, wie gefährlich der Giftstoff für Säuglinge ist. Ziel ist es klare Richtwerte zu definieren, ab denen belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten.

Die Behörde reagierte nach eigenen Angaben mit einer beschleunigten Risikobewertung. Erstmals wurde dabei ein spezieller Sicherheitswert festgelegt, der sich ausschließlich auf Babys bezieht.

Warum Babys gefährdet sind

Nach Einschätzung der Efsa reagieren Säuglinge deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene. Deshalb sollen die neuen Richtwerte Behörden in der EU ermöglichen, schneller und einheitlicher zu handeln.

Eltern sollten zurückgerufene Produkte keinesfalls weiterverwenden, teilte die Behörde mit. Treten nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall auf, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch.

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Die Efsa weist darauf hin, dass Magen-Darm-Symptome bei Säuglingen schneller problematisch werden als bei Erwachsenen. Cereulid ist demnach ein von Bakterien erzeugter Giftstoff, der kurz nach der Aufnahme zu akuten Beschwerden führen kann.

Nach Angaben von Danone sind folgende Produkte betroffen:

  • Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026
  • Aptamil Pronutra 1 DE, 800g mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026
  • Aptamil Profutura Pre D, 800g mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027

Quelle: Focus Online