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Kein TikTok? Wahrscheinlich werden Sie trotzdem verfolgt

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JarTee / Shutterstock

Eine BBC-Untersuchung legt nahe, dass TikToks aktualisiertes Tracking-Pixel Daten von Websites im gesamten Internet sammeln könnte, sodass selbst Personen ohne Konto überwacht werden können.

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Man benötigt kein TikTok-Konto, um im Datennetz der Plattform zu landen.

Neue Recherchen legen nahe, dass die Tracking-Tools der Plattform Menschen im gesamten Internet verfolgen und damit neue Datenschutzbedenken aufwerfen.

Laut einem Bericht von Thomas Germain von der BBC ermöglicht TikToks aktualisiertes Werbe-„Pixel“ dem Unternehmen, Informationen von Websites weit über die eigene App hinaus zu sammeln.

Das Cybersicherheitsunternehmen Disconnect analysierte jüngste Änderungen an dem Tool und stellte fest, dass es Daten auf eine Weise sammelt, die sich von vielen Wettbewerbern unterscheidet.

„Es ist extrem invasiv“, sagt Patrick Jackson, Chief Technology Officer bei Disconnect. „Wenn man den tatsächlichen Pixel-Code analysiert, sieht man Dinge, die wirklich problematisch wirken.“

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So verfolgt es Sie

Tracking-Pixel sind unsichtbare Codefragmente, die in Websites eingebettet werden. Sie senden Informationen über Besucher an Werbeunternehmen zurück – eine Praxis, die von Unternehmen wie Google und Meta weit verbreitet genutzt wird.

Die BBC berichtete, dass beim Besuch von Websites zu Krebsberatung, Fruchtbarkeitsdiensten und psychischer Gesundheitsunterstützung Details wie E-Mail-Adressen und Formularauswahlen an TikTok übermittelt wurden, sofern diese Seiten dessen Pixel installiert hatten.

Da Websites Daten über alle Besucher übermitteln, können Personen verfolgt werden, unabhängig davon, ob sie die App jemals heruntergeladen haben.

TikTok erklärte: „TikTok informiert Nutzer transparent über seine Datenschutzpraktiken und bietet mehrere Werkzeuge zur individuellen Anpassung der Nutzung. Werbe-Pixel sind Branchenstandard und werden weit verbreitet auf sozialen und Medienplattformen eingesetzt, auch von der BBC.“

Erweiterte Reichweite

Die gemeldeten Änderungen folgen auf ein Update von TikToks US-Geschäft im Januar 2026, bei dem Nutzer überarbeitete Bedingungen zur Datenerhebung akzeptierten. Das Unternehmen führte zudem ein neues Werbenetzwerk ein, um gezielte Anzeigen auch außerhalb der eigenen Plattform zu platzieren.

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Experten sagten der BBC, dies könne mehr Unternehmen dazu bewegen, TikToks Tracking-Tools einzusetzen und damit dessen Einblick in das Online-Verhalten der Nutzer zu vergrößern.

Peter Dolanjski von DuckDuckGo sagte: „Das ist wortwörtlich das Playbook, das Google und Meta über Jahre hinweg genutzt haben.“

TikTok betont, dass Websites selbst für die Einhaltung von Datenschutzgesetzen verantwortlich seien, und erklärt, die Weitergabe bestimmter sensibler Informationen einzuschränken.

So lässt sich Tracking begrenzen

Von der BBC befragte Datenschutzexperten empfehlen den Wechsel zu Browsern mit stärkeren Datenschutzfunktionen wie DuckDuckGo oder Brave. Auch Firefox und Safari gelten als datenschutzfreundlicher als Google Chrome.

Die Installation von Tracker-Blockern wie Privacy Badger oder Ghostery kann die Datenerfassung zusätzlich reduzieren.

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Experten weisen jedoch darauf hin, dass ein Teil des Informationsaustauschs zwischen Unternehmen und Werbenetzwerken im Hintergrund erfolgt, was ein vollständiges Opt-out ohne umfassendere regulatorische Änderungen erschwert.

Quellen: BBC, Disconnect