Wie weit kann ein Schöpfer im Namen der künstlerischen Freiheit gehen?
Stardirektor Christopher Nolan veröffentlichte kürzlich seinen neuesten Blockbuster, eine gewaltige epische Verfilmung von Homers antiker Geschichte „Die Odyssee“, mit Matt Damon als König Odysseus in der Hauptrolle.
Der Film zeichnet eine gefährliche zehnjährige Heimreise aus dem Trojanischen Krieg nach, und die Drehteams filmten Szenen an ikonischen griechischen Wahrzeichen, unterstützt durch Millionen an staatlichen Subventionen.
Doch obwohl die Vorstellungen weltweit ausverkauft sind, beherrscht laute Empörung die lokalen Schlagzeilen.
Der größte Zankapfel rührt von der Besetzung der Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o als Helena von Troja her. Die Entscheidung löste weltweit, aber besonders in Homers Heimatland Griechenland, eine Welle der Entrüstung aus.
Politische Empörung entbrannt
Laut POLITICO attackierte der Milliardär Elon Musk die Besetzung online und postete auf X: „Chris Nolan hat Homer entweiht und ist auf die Knie gegangen, nur um die ‚woken‘ Regeln zu erfüllen, die für einen Oscar-Gewinn erforderlich sind“, und fügte hinzu: „Was für ein Wurm.“
Auch griechische Politiker äußerten sich mit scharfen Worten. Dimitris Natsios, Vorsitzender der konservativen Niki-Partei, behauptete, die Regierung verwende Steuergelder, „um jede ‚woke‘ Äußerung zu unterstützen und jede Initiative zum Schweigen zu bringe, die unsere nationale Identität hervorhebt.“
Griechische Offizielle bleiben in dieser Frage stark gespalten. Kulturministerin Lina Mendoni verteidigte die künstlerische Freiheit und fragte: „Können wir ernsthaft darüber diskutieren, ob der Staat Christopher Nolan zensieren sollte?“
Gesundheitsminister Adonis Georgiadis äußerte Frustration über die kreativen Entscheidungen. „Nolan ist zu weit gegangen; ich weiß nicht, ob er es tut, um einen Oscar zu gewinnen“, sagte Georgiadis dem lokalen Sender ANT1 TV.
Fehlende lokale Gesichter
Über die Besetzung der Helena hinaus sind lokale Kommentatoren frustriert, dass die Produktion einheimische Talente völlig ignorierte. Kein einziger griechischer Schauspieler gehört zur Hauptbesetzung.
Im Podcast „War Room“ von Steve Bannon bezeichnete der Direktor des Hellenic American Leadership Council, Endy Zemenides, die Auslassung als „verpasste Gelegenheit“, die durch die Jagd nach Trophäen motiviert sei. „Es ist enttäuschend zu hören, dass einige Casting-Entscheidungen möglicherweise auf Identitätsmerkmalen basierten, um sich für einen Oscar zu qualifizieren“, sagte Zemenides.
Dennoch hat die Kontroverse den Ticketverkauf nicht gebremst. Das Publikum strömt gleichermaßen in Kinos und Buchhandlungen und macht Homers antike Worte erneut zu einem modernen Bestseller.