Eine Schokoladentafel, die plötzlich schneller aufgegessen ist und zugleich mehr kostet: Für viele Verbraucher wurde genau das im vergangenen Jahr zum Sinnbild eines größeren Problems. Was zunächst wie eine kleine Anpassung wirkt, hat spürbare Folgen im Geldbeutel.
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Wie ZDFheute berichtet, führte diese Entwicklung dazu, dass ein bekanntes Markenprodukt nun besonders im Fokus der Kritik steht.
Kleiner, aber teurer
Im Mittelpunkt steht die Milka Alpenmilch des Herstellers Mondelez. Die Tafel wurde von 100 auf 90 Gramm verkleinert, während der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg. Umgerechnet bedeutet das einen Aufschlag von mehr als 48 Prozent pro Gramm.
Solche Größenordnungen liegen deutlich über dem, was Konsumenten bei normalen Preisanpassungen erwarten. Gerade bei Alltagsprodukten wie Schokolade fällt der Unterschied erst spät auf, weil Verpackung und Design nahezu gleich bleiben.
Wahl mit Signalwirkung
Diese Entwicklung brachte Milka bei der Abstimmung zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ auf Platz eins, wie ZDFheute berichtet. Verbraucher konnten online über Produkte abstimmen, bei denen sie Preis und Leistung als besonders unausgewogen empfanden.
Ziel der Aktion ist es, auf intransparente Veränderungen aufmerksam zu machen. Gemeint sind Fälle, in denen Hersteller an Inhalt oder Zusammensetzung drehen, ohne dass dies für Käufer auf den ersten Blick erkennbar ist.
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Mehr als Einzelfälle
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg nahm die Zahl solcher versteckten Preiserhöhungen im Vergleich zu 2024 um rund 15 Prozent zu. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg sagte gegenüber ZDFheute, die durchschnittliche Verteuerung pro betroffenem Produkt liege bei knapp 30 Prozent.
„Also geht es hier wirklich darum, enorm hohe Preiserhöhungen durchzusetzen, die nicht auffallen sollen“, erklärte Valet. Gleichzeitig habe sich die allgemeine Teuerung bei Lebensmitteln deutlich moderater entwickelt.
Reaktionen der Hersteller
Mondelez verwies laut ZDFheute auf gestiegene Kosten entlang der Lieferkette. Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert jedoch, dass Hinweise auf die neue Füllmenge auf der Verpackung häufig nur schwer zu erkennen seien.
Neben Milka landeten auch Produkte von Dr. Oetker, Kölln, Jacobs und Knorr auf den weiteren Plätzen der Negativliste.
Folgen für Vertrauen
Aus Sicht der Verbraucherzentrale drohen langfristige Schäden für das Vertrauen in Marken. Valet forderte politische Vorgaben, um solche Praktiken einzudämmen.
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Andere Länder gehen weiter: In Frankreich müssen geänderte Produkte zeitweise am Regal gekennzeichnet werden, in Brasilien direkt auf der Verpackung.
Ob Deutschland ähnliche Regeln einführt, ist offen. Klar ist jedoch: Je häufiger Kunden solche Veränderungen entdecken, desto kritischer dürfte ihr Blick auf bekannte Marken werden.
Quelle: ZDFheute