Absolventin mit zwei Abschlüssen kämpft um Arbeit: "Ich spreche auch 3 Sprachen, muss Bewerbungen persönlich abgeben. Ich fühle mich erniedrigt"

Geschrieben von Rikki Jürgensen

Foto: TikTok
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Absolventin mit zwei Abschlüssen kämpft um Arbeit.

Akademische Vorbereitung, Erfahrung, Universitätsabschlüsse, Master und Sprachkenntnisse sollten theoretisch viele Türen auf dem Arbeitsmarkt öffnen.

Doch die traurige Wahrheit ist, dass dies nicht immer der Fall ist, selbst wenn der Lebenslauf zwei Abschlüsse und fließende Kenntnisse in drei verschiedenen Sprachen vorweisen kann.

Der klare Beweis für diese Realität ist die Erfahrung einer jungen Frau, die auf TikTok ihre mühsame Arbeitssuche teilte und die Herausforderungen hervorhob, denen sie trotz jahrelangem Studium gegenübersteht.

Die Jobsuche

Die Geschichte von @lohannysant, einer jungen Frau, die auf TikTok viral ging, weil sie trotz ihrer akademischen Vorbereitung und Sprachkenntnisse Schwierigkeiten hat, eine Anstellung zu finden, hat eine bedeutende Debatte über die Realitäten des modernen Arbeitsmarktes entfacht.

Ihr Video, das schnell Millionen von Aufrufen sammelte, zeigt die junge Frau, wie sie ihre Demütigung beim Suchen nach einem Mindestlohnjob teilt, obwohl sie zwei Abschlüsse hat und drei Sprachen spricht. Ihre Frustration über Ablehnung und das Gefühl der Unzulänglichkeit trotz ihrer Bemühungen und Investitionen in ihre Bildung ist spürbar.

"Das ist die größte Demütigung, die ich je in meinem Leben erfahren habe, Bewerbungen in der Hand zu halten, um persönlich an Orte zu gehen und zu fragen, ob sie jemanden einstellen müssen", erklärt sie und fügt hinzu:

"Ich fühle mich beschämt, weil ich mich für Mindestlohnjobs bewerbe und sie mir sagen, dass sie niemanden brauchen."

Die junge Frau betont, dass sie nie erwartet hätte, sich in dieser Situation zu befinden, angesichts ihrer Qualifikationen: "Es ist mies. Um ehrlich zu sein, möchte ich einfach nur TikToker werden." Während sie über ihre prekäre Situation spricht, kann sie die Tränen nicht zurückhalten und versichert: "Ich kann mich nicht weiter selbst täuschen, ich brauche wirklich Geld, also werde ich weiter suchen."

Die Debatte

Die Online-Reaktion auf ihr Video war überwältigend, mit über 10 Millionen Aufrufen. Tausende von Menschen identifizierten sich mit ihrer Notlage und hinterließen Kommentare der Unterstützung und Solidarität. Viele teilten ihre eigenen Kämpfe bei der Arbeitssuche und betonten, wie schwierig es ist, den heutigen Arbeitsmarkt zu navigieren, trotz der Qualifikationen.

Die durch diese Geschichte ausgelöste Debatte geht jedoch über praktische Ratschläge hinaus. Sie hinterfragt das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt selbst.

Es gibt eine klare Diskrepanz zwischen dem, was an den Universitäten gelehrt wird, und dem, was der Arbeitsmarkt tatsächlich verlangt. Die Frage stellt sich: Wie können wir diese Lücke schließen und sicherstellen, dass junge Menschen die notwendigen Fähigkeiten haben, um beruflich erfolgreich zu sein?

Darüber hinaus wirft @lohannysant's Geschichte auch breitere Fragen zur Würde bei der Arbeit und zur wirtschaftlichen Gerechtigkeit auf. Niemand sollte sich erniedrigt fühlen, Arbeit zu suchen, und doch ist die Realität, dass viele sich in ähnlichen Situationen befinden, gezwungen, um Jobs zu kämpfen, die wenig Respekt und Unterhalt bieten.