Argentinien unter Milei: Ein Land am Rande radikaler Reformen

11/12/2023 08:20

Olivia Rosenberg

Welt
Foto: Shutterstock
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Javier Milei tritt Amt an.

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Argentinien erlebt einen politischen Umbruch mit der Amtseinführung des neuen Präsidenten Javier Milei, eines libertären Populisten. 

Seine Vereidigung in Buenos Aires fand unter den Augen internationaler Staatsführer statt, darunter der ukrainische Präsident Selenskyj und der ungarische Ministerpräsident Orbán. 

Laut Tagesschau hat Milei, ein ultraliberaler Ökonom und Polit-Neuling, die Wahl gewonnen, angetrieben durch die anhaltende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der desolaten Wirtschaftslage des Landes.

Milei, der im Wahlkampf für seine markigen Sprüche bekannt war, hat sich im Amt für "Loyalität und Patriotismus" gegenüber Argentinien ausgesprochen. 

Seine Wahl verspricht einen radikalen Kurswechsel in einem Land, das mit einer Inflationsrate von bis zu 250 Prozent und einer Armutsquote von 40 Prozent zu kämpfen hat. 

Der neue Präsident plant umfassende Reformen, darunter die Liberalisierung des Waffenrechts und die Privatisierung des Bildungs- und Gesundheitssystems, um der "korrupten und parasitären Politiker-Kaste" entgegenzutreten.

Seit seinem Wahlsieg hat Milei jedoch einen gemäßigteren Ton angeschlagen und spricht nicht mehr von einigen seiner radikaleren Wahlversprechen, wie der Auflösung der Zentralbank und der Einführung des Dollar als Landeswährung. 

Seine Ernennung des renommierten Investmentbankers Luis Caputo zum Wirtschaftsminister und Patricia Bullrich zur Innenministerin deutet auf einen pragmatischeren Ansatz in seiner Regierung hin.