Der amerikanische Staatschef hat eine überraschende Fähigkeit gezeigt, frühere Beleidigungen von besuchenden britischen Beamten zu ignorieren.
Politiker stellen oft fest, dass ihre schärfsten öffentlichen Beleidigungen niemals wirklich verschwinden.
Jahre später können diese scharfen Zitate zu äußerst unangenehmen Situationen führen, wenn ehemalige Rivalen plötzlich auf der Weltbühne zusammenarbeiten müssen.
Nun wird eine heikle Reise nach Washington genau auf die Probe stellen, wie viel ein mächtiger Staatschef bereit ist zu verzeihen.
Alte Beleidigungen umschiffen
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten stehen derzeit auf einer ernsten Belastungsprobe. Premierminister Andy Burnham hat seinen neuen Außenminister gerade über den Atlantik geschickt, um die Wogen zu glätten, wie der Daily Express berichtete.
Ed Miliband soll sich mit US-Außenminister Marco Rubio treffen. Sie planen, globale Konflikte zu erörtern, wobei der Schwerpunkt stark auf dem Nahen Osten und dem Krieg in der Ukraine liegen soll. Es steht unglaublich viel auf dem Spiel.
Diese Mission ist aufgrund der eigenen Vergangenheit des Gesandten mit zusätzlichem Ballast behaftet. Bereits 2016 bezeichnete Miliband Donald Trump öffentlich als „rassistischen, frauenfeindlichen, selbstgeständigen Grapscher“, wie der Express berichtete.
Ein angespanntes globales Umfeld
Der Zeitpunkt dieser transatlantischen Reise könnte nicht heikler sein. Der amerikanische Präsident soll Berichten zufolge wütend sein, dass Großbritannien sich geweigert hat, sich seiner Militärkampagne gegen den Iran anzuschließen. Er fühlt sich verlassen.
Handels- und Sicherheitsstreitigkeiten häufen sich auch hinter den Kulissen. Trump besteht lautstark darauf, dass europäische Verbündete die amerikanischen Steuerzahler zwingen, die Rechnung für ihre militärische Verteidigung zu bezahlen.
Neue US-Zölle bereiten britischen Unternehmen derzeit große Kopfschmerzen. Europäische Staats- und Regierungschefs beobachten das Weiße Haus ebenfalls genau, um zu sehen, wie die Regierung mit der russischen Invasion in der Ukraine künftig umgeht.
Burnham übertrug Miliband das Außenressort, nachdem Pläne, ihn zum Schatzkanzler zu machen, gescheitert waren. Labour-Politiker lehnten es entschieden ab, Miliband das Finanzministerium leiten zu lassen, bemerkte der Express.
Hoffnung auf einen Neuanfang
Trotz des schweren politischen Ballasts besteht weiterhin Hoffnung auf eine erfolgreiche Partnerschaft. Der amerikanische Staatschef hat eine überraschende Fähigkeit gezeigt, frühere Beleidigungen von besuchenden britischen Beamten zu ignorieren.
David Lammy stand während seiner Zeit als Außenminister vor einem nahezu identischen Problem. Er bezeichnete Trump einst als „frauenhassenden, Neonazi-sympathisierenden Soziopathen“, bevor er die höchste diplomatische Rolle übernahm.
Diese harsche Kritik ruinierte das transatlantische Bündnis nicht. Lammy baute tatsächlich eine äußerst effektive Arbeitsbeziehung zum Weißen Haus auf und wurde schließlich enger Freund von Vizepräsident JD Vance.
Britische Beamte setzen nun auf genau dieselbe Dynamik. Sie hoffen, dass die derzeitige Regierung sich auf zukünftige Abkommen konzentrieren werde, anstatt Groll wegen alter Worte zu hegen.
Quellen: Daily Express