Während Donald Trumps zweiter Präsidentschaft hat sich die Beziehung zwischen Washington und Peking weiter verschlechtert.
Dies geschah insbesondere in Schlüsselbereichen wie Technologie und Innovation.
Der jüngste Streit zeigt, wie diese Kluft nun die globale Wissenschaftsgemeinschaft erreicht.
Konferenzstreit
Eine der führenden wissenschaftlichen Organisationen Chinas hat beschlossen, die prestigeträchtige NeurIPS-Konferenz zu boykottieren, obwohl die Organisatoren frühere Beschränkungen laut WP gelockert haben.
Die Veranstaltung hatte ursprünglich angekündigt, Forschungsergebnisse von Institutionen unter US-Sanktionen abzulehnen, unter Berufung auf eine Regierungsliste, die mehrere chinesische Technologieunternehmen umfasst.
Obwohl NeurIPS sich später entschuldigte und die Regeln überarbeitete, entschied sich die China Association for Science and Technology (CAST) gegen eine Rücknahme ihrer Entscheidung.
Wachsende Kluft
CAST hat erklärt, dass sie Forschende nicht mehr für die Teilnahme an der Konferenz finanzieren und auch die Bedeutung von NeurIPS-Publikationen in akademischen Bewertungen reduzieren wird.
Allerdings nehmen nicht alle Organisationen in China die gleiche Haltung ein. Die China Computer Federation akzeptierte die Erklärung der Organisatoren und schloss sich dem Boykott nicht an.
Laut Nature ist der Streit bedeutsam, da Chinas Rolle bei NeurIPS stetig zugenommen hat.
Auf der letztjährigen Konferenz in San Diego stammte die größte Gruppe der Hauptautoren von Institutionen aus China.
Eine Studie von Digital Science aus dem Jahr 2025 ergab zudem, dass China mittlerweile die höchste Anzahl an KI-Forschungspapieren weltweit produziert.
Streben nach Unabhängigkeit
Analysten sagen, der Boykott könnte eine breitere strategische Verschiebung widerspiegeln.
„Dies könnte signalisieren, dass China zunehmend in der Lage ist, in der fortgeschrittenen KI-Forschung auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte Rebecca Arcesati vom Mercator Institute for China Studies.
„Es ist ihre Art zu zeigen, dass China mehr auf eigene Faust unternehmen wird, wenn chinesisches Talent bei solchen Treffen nicht gewürdigt und willkommen geheißen wird“, fügte sie hinzu.
Forschungsergebnisse des Australian Strategic Policy Institute zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen den USA und China in Schlüsseltechnologien seit 2019 zurückgegangen ist.
Gleichzeitig hat China die Beziehungen zu anderen Ländern gestärkt und sich stärker auf die Selbstversorgung im Bereich KI konzentriert.
Appell an die Neutralität
Einige Experten haben davor gewarnt, die Wissenschaft zu politisieren.
„Dies sendet eine klare Botschaft: Wissenschaft sollte nicht der Politik zum Opfer fallen. Wenn NeurIPS die Situation bereinigen möchte, wäre ein möglicher Schritt, ihr Engagement für akademische Neutralität öffentlich zu bekräftigen“, sagte Yunji Chen, Direktor des State Key Laboratory of Processors in Peking.
Quellen: Nature, Digital Science, Mercator Institute for China Studies, WP.