Drama im UN-Sicherheitsrat: Sergej Lawrow verlässt den Raum

Geschrieben von Peter Zeifert

35 Wochen vor

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21/09/2023
Photo: Wikipedia Commons
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Sergej Lawrow verlässt den Raum.

Die Spannungen waren hoch im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York, wo die ganze Woche über Gerüchte über ein mögliches Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow kursierten.

Die beiden sollten sich während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates begegnen, was das erste Treffen seit Beginn des Krieges zwischen ihren Ländern markieren würde.

Der Höhepunkt der Sitzung war Selenskyjs Rede, und es war ungewiss, ob Lawrow überhaupt im Raum bleiben würde, um sie zu hören.

Kjell Lars Berge, ein Rhetorikprofessor der Universität Oslo, äußerte sich bereits früher am Tag und sagte:

"Er ist ein Feigling. Es besteht kein Zweifel, dass er starke Worte und einen scharfen Ton gegen Russland verwenden wird."

Wie sich herausstellte, hatte der Experte recht. Lawrow entschied sich, den Raum während Selenskyjs Rede zu verlassen.

Sein leerer Stuhl war ein klares Zeichen dafür, dass er gegangen war, um nicht von Russlands Kriegsverbrechen und unerklärlicher Aggression gegenüber der Ukraine hören zu müssen.

Russland wurde stattdessen von seinem UN-Botschafter Wassili Nebensja vertreten, der Selenskyjs Kritik an der Unfähigkeit der UN, den Krieg zu verhindern, anhören musste.

Selenskyj forderte auch, dass Russland sein Vetorecht im Sicherheitsrat verlieren sollte und erklärte: "Ein Land, das einen Krieg aus Hass führt, sollte nicht so viel Macht haben."

Später am Abend hatte Lawrow die Gelegenheit, vor der UN-Generalversammlung zu sprechen. Er erhob mehrere seltsame Vorwürfe gegen die westliche Welt, etwas, das wir schon oft gehört haben. Lawrow verteidigte auch Russlands Gebrauch des Vetos im UN-Sicherheitsrat als "legitimes Instrument" in den internationalen Beziehungen.