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Ein weiteres Land wendet sich von Russland ab und sucht neue Kampfjets

Ein weiteres Land wendet sich von Russland ab und sucht neue Kampfjets
D. Miller, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Sie werden ihre alten russischen Flugzeuge nicht durch neue ersetzen.

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Nach Gesprächen mit europäischen und chinesischen Anbietern hat Dhaka nun Verhandlungen mit einem weiteren möglichen Partner bestätigt. Das wirft Fragen darüber auf, wie umfangreich die endgültige Auswahlliste ausfallen wird.

Gespräche in Islamabad

Die militärische Führung Bangladeschs hat bestätigt, dass in Islamabad Gespräche über einen möglichen Kauf des Kampfjets JF-17 Thunder geführt wurden.

Laut offiziellen Erklärungen, die von Asia Times zitiert werden, nahmen an dem Treffen hochrangige Luftwaffenkommandeure beider Länder teil.

Das bangladeschische Verteidigungsministerium teilte mit, man habe „detaillierte Gespräche über den möglichen Kauf von JF-17-Thunder-Flugzeugen“ geführt, ohne offenzulegen, wie viele Jets bestellt werden könnten oder wann eine Entscheidung fallen soll.

Alle weiteren Einzelheiten der Gespräche bleiben geheim.

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Drei Kandidaten

Der in Pakistan gebaute JF-17 ist der dritte Kampfflugzeugtyp, der öffentlich mit den Modernisierungsplänen Bangladeschs in Verbindung gebracht wird.

Im Oktober 2025 kündigte Dhaka seine Absicht an, 20 chinesische J-10CE-Kampfjets zu kaufen.

Zwei Monate später, im Dezember, nahm das Verteidigungsministerium laut damaliger Berichterstattung Kontakt mit dem italienischen Konzern Leonardo über einen möglichen Kauf von Eurofighter Typhoon auf.

Zahlen zu einer möglichen Eurofighter-Bestellung wurden nicht genannt.

Kostenfragen

Analysten von Defense Express stellen infrage, ob Bangladesch tatsächlich plant, drei unterschiedliche Typen von Kampfjets zu beschaffen, oder ob die Ankündigungen wechselnde Prioritäten widerspiegeln.

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Sie weisen darauf hin, dass der Betrieb mehrerer Plattformen ein sehr großes Verteidigungsbudget erfordern würde.

Der geplante Kauf von 20 J-10CE wird auf rund 1,1 Milliarden Euro geschätzt, hinzu kommen etwa 750 Millionen Euro für zusätzliche Ausrüstung.

Eine einzelne Staffel von 12 Eurofighter Typhoon würde mindestens 2,8 Milliarden Euro kosten. Zum Vergleich schätzt Defense Express die Kosten für eine Staffel von 12 JF-17 auf etwa 1,3 Milliarden Euro.

Bestehende Flotte

Bangladesch betreibt derzeit eine gemischte und veraltete Flotte.

Dazu gehören rund 45 in China gebaute J-7-Jets, die auf der sowjetischen MiG-21 basieren, acht MiG-29 aus den späten 1990er-Jahren sowie 12 Yak-130 Ausbildungs- und leichte Kampfflugzeuge.

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Wie viele und welche Flugzeuge Bangladesch letztlich ersetzen will, wurde nicht öffentlich gemacht.

Trotz der vorhandenen russischen Flugzeuge halten Analysten es für unwahrscheinlich, dass sich Bangladesch bei neuen Kampfjets an Moskau wenden wird.

Sie verweisen darauf, dass andere Länder ähnliche Entscheidungen getroffen haben.

Defense Express merkt an, dass Libyen, das ebenfalls russisches Gerät einsetzt, auf weitere Käufe aus Russland verzichtet und sich stattdessen für den pakistanischen JF-17 entschieden hat.

Quellen: Asia Times, Defense Express, WP.

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