EZB hält Leitzinsen unverändert

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: wikipedia Commons
Foto: wikipedia Commons
EZB hält Leitzinsen unverändert.

Wie bereits im Oktober hat die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, ihre Leitzinsen nicht zu erhöhen.

Die EZB traf diese Entscheidung am Donnerstag und setzt damit den Status quo fort, der im Oktober etabliert wurde, als sie nach zehn aufeinanderfolgenden Erhöhungen beschloss, ihre Leitzinsen nicht anzupassen.

Laut BFMTV wurde der Einlagenzinssatz, der als Benchmark gilt, im letzten September um 25 Basispunkte auf 4% angehoben, ein Niveau, das seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 nicht mehr erreicht wurde.

Der Refinanzierungssatz und der Satz der Spitzenrefinanzierungsfazilität liegen derzeit bei 4,50% bzw. 4,75%.

Da der drastische Zyklus von Zinserhöhungen für die großen monetären Institutionen seinem Ende zuzugehen scheint, stellt sich nun die Frage, wann die Straffung gelockert wird. Die Schweizerische Nationalbank hat ihren Hauptzinssatz bei 1,75% belassen, während die Inflation, die im November auf 1,4% fiel, weiterhin überwacht wird.

Die norwegische Zentralbank, die feststellt, dass die Inflation immer noch zu hoch ist, hat ihren Zinssatz zum vierzehnten Mal in über zwei Jahren um 0,25 Punkte auf 4,5% erhöht. Sie plant jedoch, dieses Niveau „für einige Zeit“ beizubehalten.

Die Bank of England (BoE) hingegen hat ihren Leitzins unverändert bei 5,25% belassen und darauf hingewiesen, dass die Inflationsdruck weiterhin besteht und dass ihre Zinsen wahrscheinlich „für einen längeren Zeitraum“ hoch bleiben werden.

Investoren werden auf Hinweise achten, wann die Zinssätze möglicherweise zu sinken beginnen. Am Mittwoch ebnete die US-Notenbank (Fed) den Weg, indem sie beschloss, ihre Zinsen zum dritten Mal in Folge beizubehalten.

Eine weitere Erhöhung ist „unwahrscheinlich“, und das geldpolitische Komitee der Fed hat „einen Zeitplan für Zinssenkungen diskutiert“, kommentierte ihr Vorsitzender Jerome Powell. In Europa hoffen die Märkte auf eine erste Lockerung zwischen März und April nächsten Jahres.

Die EZB zielt darauf ab, die Zinsen so lange wie nötig hoch zu halten, da sie einen neuen Anstieg der Energiepreise aufgrund geopolitischer Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, befürchtet. Sie ist auch besorgt über Lohnerhöhungen, die einen Preisanstieg antreiben könnten.