Finanzexperte warnt: Japans Yen in prekärer Lage

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Motortion Films / Shutterstock.com
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Die japanische Währung erreicht ihren tiefsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten trotz Zinsanpassungen, was Spekulationen über bevorstehende Regierungsmaßnahmen auslöst.

In Tokios Finanzkreisen herrschte Aufregung, als der japanische Yen auf seinen schwächsten Punkt seit 1990 fiel und Diskussionen über eine mögliche Intervention Japans zur Stabilisierung seiner Währung entfachten.

Dieser signifikante Rückgang kam unerwartet nach der ersten Zinserhöhung der Bank von Japan (BoJ) seit über einem Jahrzehnt, einem Schritt, der traditionell die Währung eines Landes stärkt, diesmal jedoch nicht den Rückgang des Yen stoppen konnte.

Zinserhöhung bleibt wirkungslos

Trotz der Bemühungen der BoJ, die Zinsen zum ersten Mal seit 2007 anzupassen, setzte sich die Abwertung des Yen fort und handelte knapp unter der kritischen Marke von 152 gegenüber dem US-Dollar.

Oskar Vårdal, Finanzanalyst bei Steno Research, beleuchtete die Situation:

"Das nahe Heranrücken an den bedeutenden Wendepunkt löste Aussagen von BoJ-Beamten über die potenzielle Notwendigkeit einer Zentralbankintervention im USDJPY aus, um die Währung zu schützen, was die Zinserhöhung nicht erreichen konnte." Vårdal äußerte sich gegenüber unserer Partnerseite Macroticker.

Verbale Warnung der Regierung

Das Finanzministerium und die Bank von Japan führten gestern in einer seltenen Einigkeit ein Treffen durch, um eine verbale Warnung an die Märkte auszusprechen.

Diese Warnung deutete auf die Möglichkeit einer direkten Intervention am Devisenmarkt hin, obwohl bisher noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen wurden.

Vårdal weist darauf hin,

"Angesichts der Vorgeschichte der BoJ sind die heutigen Aussagen wahrscheinlich wieder einmal als Bluff zu verstehen", was darauf hindeutet, dass ohne greifbare Intervention der Yen seinen Abwärtstrend fortsetzen könnte.

Eine Geschichte von Bluffs?

Dies ist nicht das erste Mal, dass Japan andeutet, in den Devisenmarkt einzugreifen, um Schwankungen im Wert des Yen zu korrigieren. Analysten wie Vårdal bleiben jedoch skeptisch hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit einer sofortigen Maßnahme.

Die Geschichte der BoJ,

"Wolf zu schreien", ohne mit substanziellen Interventionen zu folgen, hat die Märkte dazu veranlasst, die Glaubwürdigkeit solcher Warnungen in Frage zu stellen. Sollten diese verbalen Warnungen nicht in tatsächliche politische Änderungen oder Markthandlungen umgesetzt werden, könnte der Yen eine weitere Abwertung erleiden, was sich auf Japans Wirtschaft und seine Position in der globalen Finanzwelt auswirken würde.

Mit einer ungewissen Zukunft des Yen steht Japan vor der Entscheidung, ob es direkt in den Devisenmarkt eingreifen soll, was einen Präzedenzfall dafür setzen könnte, wie Länder finanzielle Turbulenzen in einer vernetzten globalen Wirtschaft navigieren.