So kalt war es in Kuba noch nie.
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Dicke Jacken, vereiste Felder und ungewohnte Sorgen um Ernten prägen derzeit den Alltag in Teilen Kubas.
Was wie ein Ausnahmezustand wirkt, ist für viele Bewohner der Insel Neuland. Meteorologen beobachten die Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit.
Die ungewöhnliche Kälte ist Teil eines größeren Wetterereignisses, das weit über Kuba hinausreicht, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den staatlichen Wetterdienst berichtet. Erst im weiteren Verlauf zeigt sich, wie außergewöhnlich die aktuellen Messwerte tatsächlich sind.
Alltag im Ausnahmezustand
In mehreren Regionen Kubas bringt die Kälte spürbare Belastungen mit sich. Landwirtschaftliche Flächen im Norden der Insel wurden stellenweise von Frost überzogen, ein Bild, das im tropischen Klima des Landes kaum vorkommt.
Für viele Menschen bedeutet die Wetterlage eine abrupte Umstellung. Häuser sind nicht auf niedrige Temperaturen ausgelegt, warme Kleidung ist selten, und auch die Energieversorgung gerät unter Druck.
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Experten weisen darauf hin, dass selbst kurze Frostphasen in tropischen Ländern erhebliche Schäden verursachen können, weil Pflanzen, Infrastruktur und Bevölkerung nicht darauf vorbereitet sind.
Ein Messwert mit Signalwirkung
Wie außergewöhnlich die Lage ist, zeigen die offiziellen Daten. Nach Angaben des kubanischen Wetterdienstes Insmet registrierte eine Station in der Provinz Matanzas im Norden der Insel Temperaturen um den Gefrierpunkt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Damit wurde erstmals in der Geschichte Kubas ein Wert von null Grad gemessen. Der bisherige landesweite Tiefstwert hatte bei 0,6 Grad gelegen und stammte aus dem Jahr 1996.
Für Meteorologen gilt dieser Messwert als ein deutliches Signal für die Stärke der aktuellen Kaltluftzufuhr in die Karibik.
Warum Kuba so stark reagiert
Insmet führt die Entwicklung auf eine ausgeprägte Kaltfront zurück. In deren Verlauf strömten polare Luftmassen aus dem Norden des amerikanischen Kontinents ungewöhnlich weit nach Süden, wie AFP unter Berufung auf den Wetterdienst berichtet.
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Solche Vorstöße kalter Luft sind in der Karibik selten, können aber besonders starke Effekte haben, weil die Region klimatisch kaum Schwankungen kennt.
Die aktuelle Lage zeigt nach Einschätzung von Fachleuten, wie anfällig auch tropische Regionen für extreme Wetterereignisse sein können.
Teil einer größeren Kältewelle
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf Kuba. In den Vereinigten Staaten wurden zahlreiche Bundesstaaten von derselben Kälteperiode erfasst, darunter auch Regionen mit sonst milden Wintern wie North Carolina, Georgia und Florida, wie AFP meldet.
Schnee, Eis und ungewöhnlich niedrige Temperaturen führten dort zu erheblichen Problemen. In Florida sorgte die Kälte sogar dafür, dass Leguane von Bäumen stürzten.
Nach Angaben von AFP kamen während der Kältewelle in den USA bereits mehr als hundert Menschen ums Leben.
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Quelle: AFP / Focus Online