Havanna-Syndrom: Russlands Geheimdienst unter Verdacht

Geschrieben von Olivia Rosenberg

Foto: Wikimedia Commons
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Die Wahrheit hinter dem Havanna-Syndrom.

Das mysteriöse Havanna-Syndrom, das seit Jahren US-Diplomaten plagt, könnte laut einer umfassenden internationalen Recherche durch gezielte Angriffe des russischen Militärgeheimdienstes GRU verursacht worden sein. 

Diese Erkenntnisse, die in einer Zusammenarbeit von "Spiegel", "60 Minutes" (CBS) und "The Insider" gewonnen wurden, deuten darauf hin, dass Agenten des GRU kurz vor dem Auftreten der Symptome in der Nähe der Betroffenen gesichtet wurden. 

Die Recherche, die von WELT aufgegriffen wurde, legt nahe, dass die GRU-Einheit 29155, die bereits für die Vergiftung des russischen Überläufers Sergei Skripal bekannt ist, hinter den Angriffen steckt.

Die US-Regierung hält sich zu diesen Enthüllungen bedeckt, obwohl auch beim Nato-Gipfel 2023 in Vilnius ein Fall des Havanna-Syndroms gemeldet wurde. 

Die Symptome des Syndroms, die von plötzlichen starken Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu kognitiven Störungen reichen, wurden erstmals 2016 in Havanna beobachtet, obwohl es Hinweise gibt, dass bereits 2014 Fälle in Frankfurt am Main auftraten. 

Die betroffenen US-Diplomaten und CIA-Mitarbeiter leiden teilweise bis heute unter den Folgen.

Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe und der potenziellen Gefahr, die von solchen Angriffen ausgeht, bleibt die offizielle Reaktion der US-Regierung zurückhaltend. 

Die jüngsten Enthüllungen werfen jedoch ein neues Licht auf das Havanna-Syndrom und seine möglichen Ursachen, was die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen und eines offenen Dialogs über die Sicherheit von Diplomaten und Geheimdienstmitarbeitern unterstreicht.