Bewaffnete Gruppen schwören den Kampf gegen die USA wegen Venezuela.
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Bewaffnete Gruppen, die entlang der kolumbianisch-venezolanischen Grenze operieren, haben nach einer dramatischen Wendung in der regionalen Politik neue Drohungen ausgesprochen. Ihre Erklärungen folgten nur einen Tag, nachdem eine US-Militäroperation zur Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro geführt hatte.
Online verbreitete Botschaften deuten darauf hin, dass die Folgen über Venezuelas Grenzen hinausreichen könnten.
Nach Angaben der AFP veröffentlichte die kolumbianische Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) eine Erklärung auf Telegram, in der sie erklärte, bereit zu sein, sich den sogenannten „imperialen Plänen“ der Vereinigten Staaten entgegenzustellen.
Die Gruppe erklärte, sie schließe sich „allen Patrioten, Demokraten und Revolutionären“ an, um gegen Maßnahmen gegen Venezuela und „die Völker Südamerikas“ zu kämpfen.
Auch FARC-Dissidenten äußerten eine ähnliche Warnung.
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Diese Kämpfer, die das Friedensabkommen von 2016 mit der kolumbianischen Regierung abgelehnt hatten, erklärten auf X, sie seien bereit, falls nötig „bis zum letzten Tropfen Blut“ gegen das US-„Imperium“ zu kämpfen. Sie fügten hinzu, dass „das Yankee-Imperium früher oder später fallen wird“, so AFP.
Bewaffnete Gruppen und Venezuela
Von AFP zitierte Sicherheitsexperten sagen, dass diese Guerillafraktionen tief in den Kokainhandel verwickelt sind und seit Langem in abgelegenen Grenzregionen operieren.
Es wird angenommen, dass sie sich in Teilen des venezolanischen Staatsgebiets frei bewegen und dabei von schwacher staatlicher Kontrolle und in einigen Fällen von Duldung durch venezolanische Sicherheitskräfte profitieren. Die angespannten Beziehungen zwischen Caracas und Washington haben es solchen Gruppen zudem erleichtert, sich in der Region festzusetzen.
Experten warnen, dass die Festnahme Maduros diese ohnehin fragilen Gebiete weiter destabilisieren und bewaffneten Gruppen neue Anreize geben könnte, ihre Rhetorik und ihr Vorgehen zu verschärfen.
Kolumbien in Alarmbereitschaft
Als Reaktion auf die wachsenden Spannungen kündigte der kolumbianische Präsident Gustavo Petro die Entsendung von rund 30.000 Soldaten zur Verstärkung der Grenzübergänge zu Venezuela an.
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Die Behörden in Bogotá haben das Land in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und verweisen auf die Sorge, dass illegale bewaffnete Gruppen Angriffe versuchen oder die aktuelle Unsicherheit ausnutzen könnten.
Die kolumbianisch-venezolanische Grenze gilt seit Langem als instabil, geprägt von bewaffneten Gruppen, Drogenrouten und schwacher staatlicher Präsenz.
Beamte befürchten nun, dass die jüngsten Entwicklungen eine rasche Verschlechterung der Sicherheitslage mit regionalen Folgen auslösen könnten.
Quellen: AFP, Agerpres