Gerüchte über ein mögliches Treffen mit Wladimir Putin kursierten schnell.
Wenn eine große Berühmtheit ins Ausland reist, umfasst ihr Reiseplan üblicherweise einige hochrangige Händedrücke.
Das ist gängige Praxis. Doch manchmal stoßen selbst die berühmtesten Musiker an eine diplomatische Wand.
Ein umstrittener amerikanischer Star hat dies gerade auf die harte Tour erfahren.
Gerüchten einen Riegel vorschieben
Kanye West reist diesen Herbst für zwei große Konzerte nach Russland. Der amerikanische Rapper wird am 10. und 11. Oktober in der Gazprom Arena in St. Petersburg auftreten.
Diese Auftritte machen ihn zu einem der prominentesten westlichen Künstler, die das Land seit Beginn der Invasion in der Ukraine besucht haben. Angesichts seines globalen Profils kursierten schnell Gerüchte über ein mögliches Treffen mit Wladimir Putin.
Russische Beamte erteilten dieser Idee umgehend eine Absage. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies den Vorschlag laut Politico während einer kürzlichen Pressekonferenz zurück.
„Das ist nicht unser Thema. Das ist nicht Moskonzert, das ist die Präsidialverwaltung“, sagte Peskow Reportern.
Innerhalb von Stunden ausverkauft
Trotz der politischen Abfuhr sind die lokalen Fans sichtlich begeistert. Der Veranstaltungsort fasst 70.000 Menschen, und die Tickets für beide Abende waren fast sofort vergriffen.
Digi24 merkte an, dass die Ticketpreise bis zu 1.600 Euro erreichten, doch die Fans kauften jeden einzelnen Platz innerhalb weniger Stunden. Die Nachfrage war immens.
Dieser herzliche Empfang ist einzigartig. In ganz Europa haben Veranstalter und Regierungen seine Auftritte in den letzten zwölf Monaten abgesagt.
Britische Beamte verboten ihm bereits in diesem Frühjahr die Einreise ins Vereinigte Königreich. Diese strenge Entscheidung führte zur Absage eines großen Festivalauftritts in London, und geplante Stopps in mehreren anderen europäischen Ländern fielen schnell ins Wasser.
Ein komplizierter Empfang
Ein Großteil dieser internationalen Gegenreaktion rührt direkt von seinen eigenen öffentlichen Äußerungen her. In den letzten Jahren hat der Künstler wiederholt Adolf Hitler gelobt, während er extreme antisemitische Rhetorik verbreitete.
Selbst in Russland ist nicht jeder von seiner Ankunft begeistert. Der konservative Abgeordnete Witali Milonow schlug öffentlich vor, der Rapper solle während seines Besuchs traditionelle lokale Volkslieder aufführen.
Milonow behauptete, dass die Annahme der lokalen Kultur dem Musiker helfen könnte, seine „ekelhaften Manifestationen“ aufzugeben und sich endlich wie ein normaler Mensch zu verhalten.
Der enthusiastische Empfang der Fans unterstreicht auch eine eklatante politische Ironie. Der Kreml rechtfertigt seinen Krieg in der Ukraine konsequent damit, dass er den weit verbreiteten Nazismus ausrotten müsse, doch nun empfangen Beamte einen Künstler, der offen Kleidung mit Hakenkreuzen verkauft.
Quellen: Digi24, Politico