Historische Aufzeichnungen liefern keine Beweise dafür, dass Trump oder seine Angestellten an der Unglücksstelle gearbeitet haben.
Das kollektive Gedächtnis an große nationale Tragödien verfestigt sich oft mit der Zeit. Doch Erinnerungen können sich ändern. Ein Fernsehinterview hat nun eine bekannte persönliche Geschichte erneut auf den Prüfstand gestellt.
Unbestätigte Rettungsbehauptungen
Donald Trump hat eine umstrittene persönliche Geschichte über die Tage nach den Anschlägen vom 11. September wieder aufleben lassen.
Im Gespräch mit Moderator Trey Gowdy auf Fox News bestand der Präsident darauf, er habe seine Bautrupps mobilisiert, um beim Räumen der Trümmer am Ground Zero zu helfen.
„Ich bin hingegangen. Ich habe in New York ein Gebäude gebaut und hatte viele Bauarbeiter“, sagte Trump auf Fox News. Er fügte hinzu, „wir hätten lange und hart gearbeitet“, und beschrieb die Zeit danach als „so schrecklich und so hoffnungslos.“
Historische Aufzeichnungen liefern jedoch keine Beweise dafür, dass Trump oder seine Angestellten an der Unglücksstelle gearbeitet haben. Die Aufzeichnungen existieren schlichtweg nicht. Laut HuffPost spiegelt die Behauptung Aussagen wider, die er bereits während seiner Wahlkämpfe 2016 und 2019 gemacht hat.
Zeugenaussagen widersprechen sich
Einsatzkräfte und Reporter aus jener Woche erinnern sich an ein ganz anderes Bild. Newsday berichtete am 14. September 2001 und beschrieb Trump zwei Tage nach den Anschlägen auf dem Platz.
Die Zeitung vermerkte, er sei „mit jedem Haar an seinem Platz und tadellos gekleidet in einem schwarzen Anzug, einem gebügelten weißen Hemd und einer roten Krawatte auf den Platz gegangen, sein Mobiltelefon am Ohr.“ Ein Reporter hörte ihn sagen: „Nein, nein. Das Gebäude ist weg.“
Auch Notfallbeamte stellten seine Geschichte infrage. In einem Interview mit Snopes im Jahr 2018 erklärte der pensionierte stellvertretende Feuerwehrchef Richard Alles, er habe Trump oder seine Arbeiter nie am Unglücksort gesehen.
Alles erklärte, dass gewerkschaftlich organisierte Bautrupps die Aufräumarbeiten erledigten. „Das höre ich zum ersten Mal“, sagte Alles gegenüber Snopes und fügte hinzu, „zwischen Polizei, Feuerwehr und den Bautrupps hätten wir alles abgedeckt gehabt.“
Eine Geschichte von Falschbehauptungen
Dies ist nicht seine einzige unbestätigte Behauptung bezüglich des Jahres 2001. HuffPost berichtete, Trump habe zuvor behauptet, er habe von seinem Fenster im Trump Tower, sechs Kilometer entfernt, Menschen aus den Twin Towers springen sehen.
Er bestand auch darauf, dass Tausende in Jersey City die Anschläge bejubelt hätten, eine Behauptung, die von der Polizei widerlegt wurde. Direkt nach dem Einsturz der Türme prahlte er fälschlicherweise im Radio, sein Gebäude in der 40 Wall Street sei nun das höchste in Lower Manhattan.
Trotz anhaltender Kritik wiederholt Trump weiterhin seine persönliche Darstellung jener schicksalhaften Tage.
Quellen: Fox News, HuffPost, Newsday, Snopes