Mysteriöse bakterielle Infektion mit hoher Sterblichkeitsrate breitet sich in Japan aus

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Wiki Commons
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Sie weist eine Sterblichkeitsrate von bis zu 30 Prozent auf.

Japan kämpft derzeit mit dem Ausbruch einer seltenen und tödlichen bakteriellen Infektion, die Experten ratlos zurücklässt.

Die Infektion, verursacht durch A-Streptokokken, ist seit dem letzten Jahr auf dem Vormarsch, mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 30 Prozent, die insbesondere die ältere Bevölkerung gefährdet. Obwohl A-Streptokokken typischerweise milde Zustände wie Angina und Hautinfektionen verursachen, wurden sie nun mit schweren Fällen des toxischen Schocksyndroms im ganzen Land in Verbindung gebracht.

The Guardian berichtet über diese alarmierende Gesundheitskrise und weist auf den signifikanten Anstieg der Fälle von toxischem Schocksyndrom hin. Im Jahr 2023 verzeichnete Japan 941 Fälle des Syndroms, und in den ersten zwei Monaten von 2024 wurden bereits 376 Fälle beobachtet. Die Infektion hat sich auf fast alle 47 Präfekturen Japans ausgebreitet, wobei die Ursache für diesen plötzlichen Anstieg noch ein Rätsel bleibt.

Das Japanische Institut für Infektionskrankheiten hat die Komplexität hinter den schweren Erscheinungsformen der Infektion anerkannt und erklärt: "Es gibt noch viele unbekannte Faktoren hinter den Mechanismen der schweren und plötzlichen Formen von Streptokokken, und wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir sie erklären können."

Die Übertragung der Streptokokken-Infektionen erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion oder Kontakt mit Wunden. Einige Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Fälle und den Nachwirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Professor Ken Kikuchi von der Tokyo Women's Medical University spekuliert, dass der immunologische Zustand von Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, ihre Anfälligkeit für bestimmte Mikroorganismen verändern könnte, und betont die dringende Notwendigkeit, den Infektionszyklus von schweren invasiven A-Streptokokken zu verstehen, um deren Ausbreitung effektiv zu kontrollieren.

Als Reaktion auf den Ausbruch fordert das japanische Gesundheitsministerium die Öffentlichkeit auf, sich an die aus der Coronavirus-Pandemie bekannten Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Hustenetikette zu halten.

Gesundheitsminister Keizo Takemi hat die Bedeutung dieser präventiven Maßnahmen hervorgehoben, um die Ausbreitung von bakteriellen Infektionen, die durch A-Streptokokken verursacht werden, zu bekämpfen.

Während Japan dieser gesundheitlichen Herausforderung gegenübersteht, beobachtet die globale medizinische Gemeinschaft aufmerksam, in der Hoffnung auf Durchbrüche im Verständnis und in der Kontrolle dieses tödlichen bakteriellen Ausbruchs.