Startseite Welt Putin bemüht sich, russische Militärbasen vor neuen syrischen Führern zu...

Putin bemüht sich, russische Militärbasen vor neuen syrischen Führern zu retten

Russian_base_in_syria
Voice of America, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Aktivitäten auf den Basen haben während dieses politischen Übergangs keineswegs aufgehört.

Wenn eine langjährige Regierung fällt, reichen die Auswirkungen weit über die Hauptstadt hinaus.

Alte Verbündete sehen sich plötzlich mit neuen Führern konfrontiert, um ihre wertvollen Übersee-Vermögenswerte zu schützen.

Eine komplexe Verhandlung ist nun im Gange.

Ein plötzlicher Wandel

Die politische Landschaft im Nahen Osten wurde im vergangenen Dezember auf den Kopf gestellt. Baschar al-Assad verlor seine Macht und floh schnell ins Exil.

Er fand in Moskau einen sicheren Hafen. Dies versetzte russische Beamte in Aufruhr, ihre strategischen Außenposten zu sichern, ohne die neue Führung in Damaskus zu verärgern, wie die Moscow Times berichtete.

Präsident Ahmed al-Scharaa führt die neue syrische Regierung an. Er pflegt eine schwierige Beziehung zu der ausländischen Macht.

Al-Scharaa ist bereit, bei zukünftigen Projekten mit Moskau zusammenzuarbeiten. Dennoch fordert er aktiv die Auslieferung Assads in sein Heimatland, damit dieser sich der Justiz stellen kann.

Wiederaufbau der Allianz

Russische Diplomaten arbeiten derzeit intensiv daran, die Wogen zu glätten. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, äußerte sich am Mittwoch zu der Situation.

Sie sagte Reportern, dass sich eine neue Beziehung zur syrischen Führung hinter verschlossenen Türen „sehr aktiv entwickle“. Beide Seiten scheinen bestrebt zu sein, eine gemeinsame Basis zu finden.

Für Moskau besteht der Hauptgewinn darin, zwei Schlüsselstandorte zu halten. Der Marinehafen Tartus und der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim bleiben unglaublich wertvolle Vermögenswerte.

Sie besitzen einen einzigartigen Status. Diese beiden Standorte dienen als Russlands einzige permanente Militärbasen, die sich vollständig außerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion befinden.

Änderung der Struktur

In letzter Zeit kursieren Gerüchte über die Zukunft dieser strategischen Standorte. Einige Berichte deuten darauf hin, dass Tartus bald in ein spezielles Logistikzentrum für russische Importe umgewandelt werden könnte.

Sacharowa bestätigte, dass eine „mögliche Neuformatierung“ der Basen derzeit eine Option sei.

„Im Rahmen der Kontakte mit syrischen Partnern werde auch die Frage der russischen Militärpräsenz in Syrien erörtert, einschließlich im Kontext einer möglichen Neuformatierung der Funktionalität russischer Militäreinrichtungen“, sagte Sacharowa.

Sie merkte an, dass Änderungen der Anordnung streng vom russischen Verteidigungsministerium gehandhabt würden.

Lieferung frischer Vorräte

Die Aktivitäten auf den Basen haben während dieses politischen Übergangs keineswegs aufgehört. Das Wall Street Journal untersuchte kürzlich die laufenden maritimen Bewegungen im Mittelmeerraum.

Die Zeitung berichtete, dass ein russisches Frachtschiff erst im letzten Monat im Hafen von Tartus angedockt habe.

Mithilfe detaillierter Satellitenbilder und Informationen von Beamten der Vereinigten Staaten stellte das Medium fest, dass das sanktionierte Schiff offenbar frische Güter abgeladen habe. Diese Lieferungen könnten direkt zum nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim unterwegs gewesen sein.

Quellen: AFP, The Wall Street Journal, Russisches Außenministerium, Moscow Times