Demokratische Abgeordnete verurteilten den Schritt umgehend.
Jedes Jahr verlassen sich Tausende schutzbedürftiger junger Menschen auf den Staat, um einen sicheren Wohnort zu finden.
Die Navigation in diesem System ist bereits unglaublich schwierig.
Nun ändert eine bedeutende politische Kehrtwende aus Washington die Regeln für einige der am stärksten gefährdeten Kinder.
Regelrücknahme
Das Ministerium für Gesundheit und Soziales (Department of Health and Human Services) hat soeben offiziell bundesweite Schutzmaßnahmen für LGBTQ+-Jugendliche im Pflegefamiliensystem aufgehoben. Minister Robert F. Kennedy Jr. finalisierte die Aufhebung dieser Vorschriften am 14. Juli, laut PEOPLE Magazine.
Diese spezifischen Regeln wurden ursprünglich während der Biden-Ära geschaffen. Sie verpflichteten Behörden, diese jungen Menschen in unterstützende Heime zu vermitteln und sie vor potenziellem Missbrauch zu schützen.
Die Rücknahme folgt einem langwierigen Rechtsstreit. Der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, focht die Schutzmaßnahmen vor Gericht an. Ein Bundesrichter in Texas entschied schließlich, dass der vorherigen Regierung die rechtliche Befugnis zur Schaffung dieser Maßnahmen fehlte.
Gefährdete Jugendliche
Ein gastfreundliches Zuhause zu finden, ist oft eine Frage des Überlebens. Eine Studie aus dem Jahr 2019 von Forschenden der University of Texas at Austin und UCLA zeigte, dass LGBTQ+-Jugendliche häufiger in Pflegefamilien untergebracht werden als die allgemeine Bevölkerung.
Es steht unglaublich viel auf dem Spiel. Ein Bericht von The Trevor Project aus dem Jahr 2020 ergab, dass LGBTQ+-Jugendliche mit Pflegefamilienerfahrung einem wesentlich höheren Suizidversuchsrisiko ausgesetzt waren.
Adrian Shanker war zuvor als Gesundheitspolitiker unter der Biden-Regierung tätig. Er sprach mit The Advocate über die jüngste politische Kehrtwende.
„LGBTQI+-Jugendliche im Pflegefamiliensystem sind zweifellos einige der schutzbedürftigsten Teile unserer Gemeinschaft und einer der Teile der Gemeinschaft, der unsere Hilfe am dringendsten benötigt“, sagte Shanker der Publikation.
Heftiger politischer Gegenwind
Demokratische Abgeordnete verurteilten den Schritt umgehend. Der Congressional Equality Caucus veröffentlichte eine scharfe Erklärung, in der die aktuelle Regierung kritisiert wurde.
Der kalifornische Abgeordnete Mark Takano kritisierte die Entscheidung, die Regeln fallen zu lassen. Er merkte an, dass „die Aufhebung dieser Regel ohne die Vorlage einer Alternative zum Schutz von LGBTQI+-Pflegekindern Kinder schlicht und einfach gefährdet.“
Die Abgeordnete Angie Craig aus Minnesota schloss sich dieser Empörung an. Sie nannte die politische Kehrtwende einen „beschämenden Angriff auf LGBTQ+-Pflegekinder und auf Familien im ganzen Land.“
Eine gespaltene Botschaft
Die Entscheidung kommt zu einem komplizierten Zeitpunkt für das Weiße Haus. First Lady Melania Trump hatte kürzlich die Reform des Pflegekinderwesens zu einer massiven Priorität für die zweite Amtszeit ihres Mannes erklärt.
Während eines Mittagessens im Mai hielt sie eine leidenschaftliche Rede über schutzbedürftige Kinder. „Alle Kinder Amerikas sollten nur Liebe, Respekt und Schutz in einem warmen, komfortablen und sicheren Zuhause erfahren“, sagte sie laut einem Transkript des Weißen Hauses.
Die Associated Press merkte zudem an, dass die Regierung kürzlich eine LGBTQ+-Option für eine nationale Krisenhotline eingestellt habe. Offizielle planen jedoch, sie später in diesem Jahr wieder zu starten. Das PEOPLE Magazine kontaktierte die Regierung für eine Stellungnahme, erhielt jedoch keine sofortige Antwort.
Quellen: PEOPLE, The Trevor Project, Associated Press, White House