Russland schlägt zurück – nimmt Schweden ins Visier

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: TV
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Russland schlägt zurück

Sowohl der Oberbefehlshaber Micael Bydén als auch der Ministerpräsident Ulf Kristersson (M) warnten gestern, dass es in Schweden zu einem Krieg kommen könnte.

"Ja, das ist die Antwort", sagte der Oberbefehlshaber zu SVT, als er gefragt wurde, ob man verstehen müsse, dass Schweden in einen Krieg mit Russland geraten könnte.

Gleichzeitig forderte er das schwedische Volk auf, vorbereitet zu sein, eine Botschaft, die vom Ministerpräsidenten wiederholt wurde.

"Es ist wirklich ernst", betonte Ulf Kristersson auf einer Pressekonferenz.

Internationale Reaktionen

Die schwedische Kriegswarnung hat in mehreren Ländern Reaktionen hervorgerufen. Unter anderem wurden die Warnungen in der Zeitschrift Newsweek erwähnt.

"Schwedische Beamte warnen ihre Bürger, mehr als je zuvor auf Krieg vorbereitet zu sein", schreibt das amerikanische Magazin.

Aber auch in Russland und in Wladimir Putins Partei, Einiges Russland, gab es Reaktionen.

Schweden im Visier: "Ihr träumt"

Alexej Puschkow, Vorsitzender des Informationsausschusses im russischen Senat, richtet nun direkt im Rahmen eines hitzigen Beitrags in sozialen Medien das Wort an Schweden. Er bezeichnet Schweden als eines der Länder, das in ganz Europa am meisten „anti-russische Paranoia“ verbreitet.

Nach Ansicht des russischen Spitzenpolitikers überschätzt Schweden seine eigene Bedeutung.

"Seit vielen Jahren sagen sie, dass Russland wahrscheinlich Göteborg und anderen Unsinn einnehmen wird", hebt Puschkow auf Telegram hervor, laut einer Übersetzung von Aftonbladet.

"Manchmal scheint es, als würden einige schwedische Militärs und Journalisten fast von Krieg träumen", fügt er hinzu.

"Man spielt nicht mit dem Wort 'Krieg'"

Auch Finnland wurde von der schwedischen Warnung überrascht. Solche Formulierungen würden im Nachbarland Schwedens nicht verwendet, sagt Pirjo Auvinen, Korrespondentin der finnischen Zeitung Yle.

In SVT's „Aktuellt“ berichtet sie, dass sie sehr stark reagiert habe.

"Es wird interpretiert, als würde man zum Krieg hetzen oder kriegsverrückt sein. Man spielt nicht mit dem Wort 'Krieg'", sagt sie zum Fernsehsender.

"In die falsche Richtung"

Laut der Regierung und dem Oberbefehlshaber ist die Kriegswarnung keine neue Haltung. Der Ton wird schärfer, da mehr getan werden muss.

"Ein erhöhtes Bewusstsein und erhöhte Wachsamkeit sind in dieser ernsten sicherheitspolitischen Lage wichtig", sagte Verteidigungsminister Pål Jonson (M) gestern zu TV4.

"Die letzten Monate haben sich in die falsche Richtung entwickelt."