Die Spannung hatte sich wochenlang aufgebaut.
Die Übernahme des Spitzenamtes erfordert schnelle Entscheidungen darüber, wer das Land regieren soll.
Manchmal wirken sich diese Entscheidungen weltweit aus.
Eine überraschende Kabinettsbesetzung in London stellt bereits die Grenzen einer entscheidenden internationalen Allianz auf die Probe.
Ein holpriger Start
An seinem allerersten Amtstag handelte Premierminister Andy Burnham entschlossen. Er entfernte rasch Verbündete seines Vorgängers Keir Starmer und übertrug Spitzenpositionen seinem engsten Kreis.
Eine bestimmte Entscheidung bereitet Washington große Kopfschmerzen. Burnham ernannte den ehemaligen Netto-Null-Chef Ed Miliband zum neuen Außenminister.
Das Weiße Haus begrüßte die Nachricht nicht. Eine Quelle teilte dem Daily Telegraph mit, amerikanische Beamte seien „zutiefst besorgt“ über Milibands Übernahme der Rolle.
Reibereien wegen grüner Energie
Hinter den Kulissen hatte sich die Spannung wochenlang aufgebaut. Amerikanische Vertreter sollen Burnhams Team bei inoffiziellen Gesprächen gewarnt haben, Miliband sei ein schwieriger Partner.
Das Kernproblem läuft auf die Umweltpolitik hinaus. Ein hochrangiger Beamter der Trump-Regierung merkte an, Miliband unterstütze grüne Energieprojekte nachdrücklich, was direkt im Widerspruch zu den aktuellen US-Prioritäten stehe.
Miliband hat eine lange Geschichte der Opposition gegen konservative Klimapolitik. Bereits 2023 kritisierte er die britische Regierung scharf für die Schwächung der Umweltziele.
Damals machte er seine Haltung unmissverständlich klar. „Ein Klimakulturkampf im Trump-Stil ist nicht das, was das britische Volk will“, erklärte Miliband öffentlich.
Eine Geschichte der Beleidigungen
Die Missstimmung reicht weit über den Klimawandel hinaus. Miliband führte zuvor den Widerstand dagegen an, dass das US-Militär britische Stützpunkte für Bombenangriffe auf Iran nutzen dürfe.
Dieser spezielle Schritt verärgerte Donald Trump zutiefst. Der Präsident reagierte Berichten zufolge, indem er öffentlich erklärte, Keir Starmer sei „nicht Winston Churchill“.
Miliband startete auch höchst persönliche Angriffe gegen den amerikanischen Staatschef. Während eines Interviews in der Sendung „BBC World At One“ hielt sich der Politiker nicht zurück.
Er hinterfragte offen die gesamte Grundlage der transatlantischen Beziehung. „Die Vorstellung, dass wir gemeinsame Werte mit einem rassistischen, frauenfeindlichen, selbstbekennenden Grapscher haben, spottet jeder Beschreibung“, sagte Miliband der BBC.
Quellen: Express, The Daily Telegraph, BBC