UNO führt neuen Gedenktag für Srebrenica-Genozid ein

Olivia Rosenberg

4 Wochen vor

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24/05/2024
Welt
Foto: Wikimedia Commons
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Neuer UN-Tag sorgt für Kontroversen.

Die Vereinten Nationen haben beschlossen, am 11. Juli weltweit einen Gedenktag für den Genozid von Srebrenica einzuführen. 

Trotz zahlreicher Gegenstimmen und Enthaltungen stimmte die UN-Vollversammlung in New York für einen Resolutionsentwurf zu einem „Tag der Reflexion und des Gedenkens“. 

Dieser maßgeblich von Deutschland und Ruanda ausgearbeitete Text soll an den Genozid an über 8000 bosnischen Muslimen erinnern, die im Juli 1995 während des Bosnien-Kriegs ermordet wurden. 

„Bei unserer Initiative geht es darum, das Andenken der Opfer zu ehren und die Überlebenden zu unterstützen, die weiterhin mit den Narben dieser schicksalhaften Zeit leben müssen“, erklärte die deutsche UN-Botschafterin Antje Leendertse, so n-tv.

Der Beschluss stieß insbesondere bei Serbien, China und Russland auf Widerstand. Die serbische Regierung kritisierte die Resolution scharf und warf Deutschland vor, die Arbeit daran geheim gehalten zu haben. 

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic argumentierte, die Resolution würde die Region spalten und eine Hierarchie unter den Opfern des Krieges herstellen. 

Die Resolution verurteilt jede Leugnung des Genozids von Srebrenica und Handlungen, die Täter von Kriegsverbrechen verherrlichen.

Der Genozid von Srebrenica gilt als eines der schlimmsten Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. 

Am 11. Juli 1995 und den darauffolgenden Tagen wurden mehr als 8000 bosnische Muslime, vorwiegend Männer und Jungen, von bosnisch-serbischen Truppen ermordet. 

Internationale Gerichte haben den Völkermord juristisch festgestellt, und die Hauptverantwortlichen, Radovan Karadzic und Ratko Mladic, wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Die Einführung des Gedenktages soll das Bewusstsein für die Ereignisse von Srebrenica schärfen und dazu beitragen, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen. 

Der Gedenktag wird erstmals im Jahr 2025 offiziell begangen und soll eine Mahnung an die internationale Gemeinschaft sein, die Erinnerung an die Opfer zu bewahren und für Gerechtigkeit zu sorgen.