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USA signalisieren Interesse an Alberta – Unabhängigkeitsdebatte in kanadischer Provinz

USA, Canada
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In der kanadischen Provinz Alberta gewinnt eine Unabhängigkeitsbewegung neue Aufmerksamkeit. Kommentare aus Washington treffen dort auf eine wachsende Mobilisierung innerhalb der Provinz. Während US-Vertreter öffentlich über Alberta sprechen, formieren sich vor Ort sowohl Befürworter als auch Gegner einer Abspaltung von Kanada.

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Der neue Impuls kam aus den Vereinigten Staaten. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete Alberta in einem Interview als einen „natürlichen Partner für die USA“, wie die BBC berichtet.

Bessent argumentierte, die rohstoffreiche Provinz werde daran gehindert, ihre Energie über eine Pipeline an den Pazifik zu bringen. Stattdessen könne Alberta enger mit den USA kooperieren. Er verwies außerdem auf Gerüchte über ein mögliches Referendum zum Verbleib Albertas in Kanada.

Wie die BBC berichtet, sammelt eine separatistische Gruppe derzeit Unterschriften. Bis Mai müssen rund 178.000 Unterstützer zusammenkommen, um eine Volksabstimmung zu erzwingen.

Die Separatisten in Alberta fordern eine Unabhängigkeit von Kanada. Viele Unterstützer betonten gegenüber Medien, dass es nicht um einen Beitritt zu den USA gehe.

Klare Ablehnung in Ottawa

Die kanadische Bundesregierung reagierte deutlich. Finanzminister François-Philippe Champagne sagte laut BBC, er würde Bessent mit „Danke, aber nein danke“ antworten und betonte, Kanada entscheide eigenständig über seine Zukunft.

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Auch aus Edmonton kam eine Einordnung. Ein Sprecher von Premierministerin Danielle Smith erklärte gegenüber der BBC, Alberta unterstütze neue Pipelines in alle Richtungen, halte einen Beitritt zu den USA aber für unrealistisch. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung habe daran kein Interesse.

BBC verweist zudem auf Umfragen, nach denen die meisten Albertaner Teil Kanadas bleiben wollen. Eine Gegenpetition für ein geeintes Land sammelte zuletzt mehr als 430.000 Unterschriften.

Mobilisierung auf der Straße

Während politische Spitzen reagieren, wächst der Druck von unten. Wie CBC News berichtet, versammelten sich mehr als 3.000 Menschen im Big Four Roadhouse im Stampede Park in Calgary, weitere verfolgten die Veranstaltung online.

Separatistenführer Mitch Sylvestre kritisierte dort die Bundesregierung scharf. Sinngemäß fragte er, ob man in einer Partnerschaft bleiben solle, in der man sich nicht respektiert fühle.

Gleichzeitig meldeten sich Gegner der Abspaltung zu Wort. Der Demonstrant Michael Hartley sagte CBC zufolge, er wolle Kanadier bleiben und nicht, dass ihm diese Zugehörigkeit genommen werde.

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Offene Fragen

Die Separationsbewegung gewinnt Sichtbarkeit, doch ihre gesellschaftliche Basis bleibt umstritten. Gleichzeitig belasten eingefrorene Handelsgespräche und scharfe Worte aus Washington das Verhältnis zwischen den USA und Kanada.

Ob internationale Kommentare der Bewegung Rückenwind geben oder sie schwächen, ist offen. Sicher ist nur, dass die Debatte längst über Alberta hinausweist.

Quellen: BBC, CBC