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Wenn der wichtigste Verbündete zum Risiko wird – Kanadas Kurswechsel wegen Trump

USA, Canada
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Kanada steht vor einer Neujustierung seiner Rolle in der Welt. Wirtschaftlicher Druck aus den USA und neue sicherheitspolitische Spannungen im Nordatlantik haben Debatten ausgelöst, die weit über einzelne Handelskonflikte hinausgehen. In Ottawa wird inzwischen grundsätzlicher gedacht.

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Ausgangspunkt vieler Veränderungen waren die US-Zölle. Wie die Tagesschau berichtet, traf die Verdoppelung der Stahlzölle auf 50 Prozent kanadische Unternehmen ins Mark. Exporte in den wichtigsten Absatzmarkt brachen ein, Arbeitsplätze gingen verloren.

Michael Garcia, Chef von Algoma Steel, sagte im kanadischen Sender CBC: „Wir mussten eine neue Strategie entwickeln, wie wir weitermachen, wenn der US-Markt für uns weiterhin praktisch geschlossen bleibt.“ Das Unternehmen stellte seine Produktion um und baute Stellen ab.

Diese Erfahrungen prägten auch die öffentliche Stimmung. Wie die Tagesschau berichtet, wuchs das Misstrauen gegenüber den USA, während Boykotte und das Motto „Buy Canadian“ zum sichtbaren Ausdruck eines defensiven Patriotismus wurden.

Souveränität und Sicherheit

Parallel dazu rückten Fragen der nationalen Sicherheit stärker in den Vordergrund. Wie die Tagesschau in einem weiteren Beitrag berichtet, verfolgen die Kanadier die US-Forderungen nach Kontrolle über Grönland mit besonderer Aufmerksamkeit. Viele erinnern sich an frühere Aussagen Donald Trumps, Kanada solle der 51. Bundesstaat werden.

Premierminister Mark Carney stellte sich in Paris demonstrativ hinter Grönland und erklärte: „Die Zukunft Grönlands kann ausschließlich von Grönland und Dänemark selbst entschieden werden.“ Die Aussage war auch als Signal eigener Souveränität zu verstehen.

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Der Politikwissenschaftler Roland Paris sagte, wie die Tagesschau berichtet, Trumps Vorgehen gehe über normale Bündnispolitik hinaus. Für Kanada sei dies ein Hinweis, sicherheitspolitische Abhängigkeiten neu zu bewerten.

Blick nach außen

Die Konsequenzen reichen über Kanada hinaus. Höhere Verteidigungsausgaben, ein stärkerer Fokus auf die Arktis und die Annäherung an europäische Initiativen wie „ReArm Europe“ markieren laut der Tagesschau einen strategischen Kurswechsel.

Gleichzeitig suchen kanadische Unternehmen neue Märkte in Europa und im Indopazifik. Diese doppelte Neuorientierung verändert Kanadas Rolle im transatlantischen Gefüge.

Zusammengenommen deuten beide Berichte der Tagesschau darauf hin, dass Kanadas Wandel nicht nur eine Reaktion auf Donald Trump ist. Er könnte langfristig auch die NATO-Dynamik und die Beziehungen zwischen Nordamerika und Europa neu prägen.

Quelle: Tagesschau

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