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Autismus wird Teil des Barbie-Universums

Barbie, Mattel
Shutterstock

Spielzeug kann mehr sein als Unterhaltung. Mit einer neuen Figur rückt Mattel gesellschaftliche Fragen rund um Sichtbarkeit und Vielfalt in den Fokus. Der Konzern erweitert sein Sortiment um eine Barbie, die Autismus repräsentiert – ein Schritt mit Signalwirkung über das Kinderzimmer hinaus.

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Die Markteinführung erfolgt zunächst in den USA. Sie knüpft an eine Debatte an, die weit über Designfragen hinausgeht.

Mehr als Symbolik

Nach Angaben von Mattel ist die neue Barbie Teil der sogenannten „Fashionistas“-Reihe, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Diese soll unterschiedliche körperliche Voraussetzungen und Lebensrealitäten abbilden. Bereits zuvor hatte der Hersteller Puppen mit Downsyndrom, Sehbehinderung oder Hörhilfen vorgestellt.

Das Unternehmen betont, es gehe nicht um ein einheitliches Bild, sondern um Sichtbarkeit. Die Figur stehe stellvertretend für bestimmte Erfahrungen, nicht für das gesamte Autismusspektrum.

Diese Haltung ist zentral, da Autismus sehr unterschiedlich erlebt wird und keine einheitlichen Merkmale kennt.

Zusammenarbeit im Fokus

Entwickelt wurde die Puppe gemeinsam mit dem Autistic Self Advocacy Network, einer US-Organisation autistischer Menschen. Laut Mattel floss deren Expertise in alle Phasen des Designprozesses ein.

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„Die Zusammenarbeit mit Barbie ermöglichte es uns, während des gesamten Designprozesses Einblicke und fachliche Hinweise einzubringen“, sagte Geschäftsführer Colin Killick dem US-Fachportal Disability Scoop, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Gestaltung und Alltag

Die Barbie greift bestimmte Alltagserfahrungen auf, die für manche Menschen im Autismusspektrum relevant sind. Dazu zählen etwa sensorische Reize oder alternative Formen der Kommunikation.

Statt einzelne Details isoliert hervorzuheben, versteht Mattel das Zubehör als Gesamtbild: Elemente zur Reizreduktion, zur Selbstregulation und zur unterstützten Kommunikation sollen typische Situationen andeuten, ohne sie festzuschreiben.

Damit unterscheidet sich die Figur bewusst von rein dekorativen Sondereditionen.

Einordnung und Reichweite

Wie verbreitet Autismus ist, hängt stark von Diagnosepraxis und Studienlage ab. Laut dem britischen Guardian gehen internationale Schätzungen davon aus, dass etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung im Autismusspektrum sind, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

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Die neue Barbie ist zunächst nur in den USA erhältlich. Einen Ken mit Autismus hat Mattel bislang nicht angekündigt.

Quellen: Disability Scoop, Tages-Anzeiger, The Guardian