Startseite Wirtschaft Energiepreise belasten europäische Haushalte sehr unterschiedlich

Energiepreise belasten europäische Haushalte sehr unterschiedlich

Sunset,Behind,Powerlines,Energy, Electric Cable,Transmission Tower, Power Lines, Electricity, Elektrisitet, strøm, strømkabler, elkabler
Shutterstock

Die Preise für Strom und Gas unterscheiden sich in Europas Hauptstädten deutlich.

Gerade lesen andere

Energie ist für Europas Haushalte längst mehr als eine Nebenkostenfrage. Auch 2026 zeigen Preisvergleiche, wie ungleich die Belastung verteilt ist. Entscheidend ist dabei nicht nur der Tarif, sondern auch das Einkommen.

Ein neuer Blick auf Strom- und Gaspreise macht deutlich, warum günstige Zahlen auf dem Papier für viele Menschen wenig Entlastung bringen.

Kaufkraft im Fokus

Nach Daten von Eurostat, über die Euronews berichtet, fließen im EU-Durchschnitt 4,6 Prozent der Haushaltsausgaben in Strom, Gas und andere Brennstoffe. Für einkommensschwächere Haushalte liegt dieser Anteil deutlich höher.

Der Household Energy Price Index (HEPI) zeigt, dass nominal niedrige Preise vor allem in Mittel- und Osteuropa nicht automatisch erschwinglich sind. Erst der Vergleich in Kaufkraftstandards offenbart die tatsächliche Belastung.

So rücken Städte wie Bukarest oder Riga bei kaufkraftbereinigten Strompreisen an die Spitze, obwohl sie in Euro gerechnet nicht zu den teuersten gehören.

Lesen Sie auch

Strompreise im Vergleich

Zu Beginn des Jahres 2026 lagen die Haushaltspreise für Strom in Europa weit auseinander. Während sie in einigen östlichen Hauptstädten im einstelligen Cent-Bereich pro Kilowattstunde lagen, überschritten sie in westeuropäischen Metropolen häufig die Marke von 35 Cent.

Nach HEPI-Daten, über die Euronews berichtet, liegen die Strompreise in vielen Hauptstädten großer europäischer Volkswirtschaften über dem EU-Durchschnitt. Deutlich niedrigere Tarife finden sich vor allem in mehreren Hauptstädten Mittel- und Südosteuropas.

Diese geografische Spaltung bleibt jedoch trügerisch, sobald Einkommensunterschiede einbezogen werden.

Warum Preise auseinandergehen

HEPI nennt mehrere Gründe für die Unterschiede. Dazu zählen nationale Energiemixe, etwa der Anteil von Gas oder erneuerbaren Quellen, sowie Einkaufsstrategien der Versorger.

Auch Steuern und Netzentgelte spielen eine wichtige Rolle bei den Endpreisen. Diese Kostenfaktoren können die Platzierung einzelner Länder im europäischen Vergleich beeinflussen.

Lesen Sie auch

Gas als Sonderfall

Beim Erdgas fallen die Preisunterschiede zwischen Europas Hauptstädten besonders stark aus. Nach HEPI-Daten lagen die Haushaltspreise Anfang 2026 zwischen sehr niedrigen Werten in Städten wie Kyiv (1,6 Cent pro Kilowattstunde) und deutlich höheren Tarifen in Stockholm (35 Cent pro Kilowattstunde).

Innerhalb der EU war Stockholm damit die teuerste Hauptstadt. Euronews verweist auf die spezielle Struktur des schwedischen Gasmarktes, in dem nur eine begrenzte Zahl von Haushalten an das Netz angeschlossen ist.

Auch beim Gas verändern sich die Ranglisten deutlich, wenn Preise in Kaufkraftstandards betrachtet werden. Laut HEPI schneiden dabei einige Städte mit niedrigen Nominalpreisen schlechter ab, während hochpreisige westeuropäische Hauptstädte relativ günstiger erscheinen.

Unterschiedliche Belastung

Die Unterschiede machen deutlich, dass Durchschnittspreise allein wenig über die tatsächliche Belastung von Haushalten aussagen.

Niedrige Nominalpreise können für Haushalte mit geringerer Kaufkraft eine größere finanzielle Belastung darstellen als höhere Preise in wohlhabenderen Städten.

Lesen Sie auch

Quelle: Euronews