Wenn sich Politiker, Konzernchefs und Diplomaten in Davos treffen, geht es offiziell um globale Lösungen. Doch das Weltwirtschaftsforum (WEF) zeigt auch, wie stark sich politische Unsicherheit und wirtschaftliche Abschottung überlagern.
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Während neue Initiativen angekündigt werden, erleben Besucher und Einheimische einen Ort, der sich für wenige Tage radikal verändert.
Friedensrhetorik und Skepsis
US-Präsident Donald Trump plant, wie SRF im Ticker berichtet, Donnerstag in Davos eine Ankündigung zu seinem sogenannten „Friedensrat“. Dabei soll eine entsprechende Charta unterzeichnet werden. Die Initiative stößt in Europa bislang auf Zurückhaltung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte wiederum in Davos vor einer Eskalation transatlantischer Spannungen und kritisierte geplante US-Zusatzzölle im Zusammenhang mit der Grönland-Krise als Fehler, meldete SRF.
Interessen und Bedingungen
Neben den großen Reden prägen bilaterale Interessen das Forum. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin nutzte Davos für Gespräche mit dem chinesischen Vize-Premierminister He Lifeng. Ziel sei es, das bestehende Freihandelsabkommen zu modernisieren und die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen, berichtet SRF.
Andere Akteure bleiben auf Distanz. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski knüpfte eine mögliche Teilnahme am WEF an konkrete Sicherheitsgarantien und einen Wiederaufbauplan. Ob diese Bedingungen erfüllt werden können, ist laut SRF offen.
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Ein exklusiver Ausnahmezustand
Wie stark das WEF den Ort selbst prägt, zeigt eine Reportage von Blick aus Davos. Während des Forums steigen Preise in Gastronomie und bei Unterkünften stark an. In einem Restaurant kosten Spaghetti demnach 51 Franken (rund 55 Euro), ein Rindsfilet 75 Franken (rund 80 Euro).
Auf die Frage, ob die Preise wegen des WEF erhöht worden seien, antwortete eine Kellnerin laut Blick: „Ja, ein bisschen, sorry“. Abseits des Forums seien die Preise deutlich niedriger.
Auch bei den Mieten zeigt sich die Zuspitzung. Laut Blick kostet ein kleines Studio für wenige Tage während des WEF rund 60 000 Franken (rund 64 700 Euro).
Das WEF ist damit nicht nur Treffpunkt für Weltpolitik, sondern auch ein Symbol für Gegensätze. Während über Frieden, Handel und Stabilität diskutiert wird, wird Davos selbst für viele unerschwinglich.
Quellen: Blick, SRF