Neue Umlaufbahnanalysen deuten darauf hin, dass dieses Doppelsternsystem stabile, erdähnliche Welten beherbergen könnte, die bislang unentdeckt geblieben sind.
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Die Menschheit hat sich immer gefragt, wo im Universum es noch Leben geben könnte.
Astronomen durchforsten derzeit enorme Mengen an Sternendaten, um zu bestimmen, welche nahegelegenen Systeme potenziell lohnende Ziele für genauere Untersuchungen sind.
Einer dieser Kandidaten, Eta Cassiopeiae, wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, doch Forschende sagen, er könnte vielversprechende Orte für Gesteinsplaneten verbergen.
Nah und komplex
Eta Cassiopeiae liegt etwa 19 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es handelt sich um ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem G-Stern, der etwas massereicher als die Sonne ist, und einem leichteren K-Stern mit rund 57 Prozent der Sonnenmasse.
Das Paar umkreist sein gemeinsames Gravitationszentrum in rund 472 Jahren. Bisher wurden dort keine Planeten entdeckt.
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Die Forschenden nutzten zunächst präzise Messungen der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation. Anschließend ergänzten sie diese durch neue hochauflösende Daten des Keck-Observatoriums.
Zusammen ermöglichten diese Datensätze Simulationen, wie sich hypothetische Planeten um Eta Cassiopeiae A bewegen würden.
Eine zentrale Frage war, ob die Schwerkraft des Begleitsterns mögliche Umlaufbahnen stören würde.
Leere äußere Regionen
Die Simulationen zeigten, dass Planeten jenseits von 8 Astronomischen Einheiten vom Hauptstern instabil würden.
Laut den Modellen würden solche Welten schließlich aus dem System hinausgedrängt und als frei schwebende Planeten durch den Raum treiben.
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Die Forschenden interpretieren dies als Hinweis darauf, dass der äußere Bereich um den Stern vermutlich keine großen Planeten enthält.
Weiter innen ergibt sich ein anderes Bild. Simulierte Planeten innerhalb von 8 AE blieben trotz des zweiten Sterns in stabilen Umlaufbahnen.
Die habitablen Zonen des Systems, in denen Temperaturen flüssiges Wasser erlauben könnten, scheinen vom Begleiter unberührt.
Felsige Welten weiterhin möglich
Astronomen betonen, dass große Gasriesen innerhalb von 8 AE bereits durch Radialgeschwindigkeitsmessungen entdeckt worden wären.
Da es keine solchen Nachweise gibt, sei es unwahrscheinlich, dass der Stern entweder in der Nähe oder in der Ferne massive Planeten besitzt.
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Damit bleibt Raum für kleine, felsige Planeten von Erdgröße, die heutige Instrumente noch nicht auflösen können.
Das Fehlen von Riesenplaneten könnte sogar die Stabilität solcher Welten verbessern, was das System zu einem besonders interessanten Ziel macht.
Quellen: Wirtualna Polska, ESA, Keck Observatory