Über Jahrhunderte begrabene Knochen erzählen eine härtere Geschichte als erwartet. In mehreren altkoreanischen Gräbern waren die Toten nicht nur Diener oder Soldaten, sondern Verwandte, die Seite an Seite bestattet wurden. Dieses Detail verändert das Bild. Es deutet darauf hin, dass diese Todesfälle nicht zufällig waren.
Die in Science Advances veröffentlichte Studie analysierte DNA aus Begräbnisstätten, die mit dem Silla-Königreich in Verbindung stehen. Forschende verglichen genetische Marker zwischen Individuen und begannen, ein Muster zu erkennen.
Einige Gräber enthielten Eltern und Kinder zusammen. Nicht in der Nähe. Zusammen.
Laut dem internationalen Team, geleitet von der Seoul National University, waren diese Gruppierungen zu konsistent, um zufällig zu sein.
Ganze Familieneinheiten könnten ausgewählt, als Teil des Rituals getötet und zusammen mit Angehörigen der Elite bestattet worden sein.
Macht und Auswahl
Historische Quellen beschreiben eine Praxis, die als sunjang bekannt ist, bei der Gefolgsleute den Herrschern in den Tod folgten. Historienet berichtet unter Bezugnahme auf frühere Forschungen, dass viele Opfer junge Erwachsene waren.
Was die Texte nicht eindeutig erklären, ist, wie sie ausgewählt wurden. Die DNA-Belege deuten auf mögliche Antworten hin.
Die Auswahl könnte entlang von Familienlinien erfolgt sein, was bedeutet, dass, wenn ein Mitglied ausgewählt wurde, auch andere gezwungen gewesen sein könnten, zu folgen.
Dies könnte strenge soziale Hierarchien widerspiegeln, in denen Loyalität gegenüber einem Herrscher nicht nur persönlich, sondern auch vererbt war.
In solchen Systemen hatte ein mit der Elite verbundener Haushalt möglicherweise nur sehr begrenzte Möglichkeiten, sich zu verweigern.
Hinweise in der DNA
Die genetischen Daten zeigten enge und weiter entfernte Verwandtschaftsverhältnisse unter vielen der Überreste. Unmittelbare Angehörige, Cousins und weiter entfernte Verwandte waren alle innerhalb derselben Bestattungsumgebungen vertreten.
In einigen Fällen zeigte die DNA auch, dass Individuen Eltern hatten, die eng miteinander verwandt waren, was auf eng verbundene Gemeinschaften mit begrenzten Heiratsnetzwerken hinweist.
Der Zeitrahmen stimmt weitgehend mit historischen Aufzeichnungen überein, die die Praxis zwischen dem dritten und dem frühen sechsten Jahrhundert verorten, vor einem königlichen Verbot im Jahr 502.
Wie die Forschenden schrieben: „Wir glauben, dass weitere archäogenetische Studien auf der koreanischen Halbinsel mehr Informationen über Bevölkerungsdynamiken und Familienstrukturen im alten Ostasien liefern werden.“
Die Ergebnisse schärfen die historische Darstellung auf konkrete Weise. Es handelte sich nicht um anonyme Opfer.
In einigen Fällen waren es Familien, die gemeinsam entfernt und als Teil eines auf Macht, Pflicht und Glauben basierenden Systems in die Erde gelegt wurden.
Quellen: Science Advances, Historienet