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Ein teurer Tippfehler: Unschuldiger sitzt wegen Skyrim-Verwechslung 18 Monate im Gefängnis

Skyrim, The Elder Scrolls, Bethesda
The Elder Scrolls V: Skyrim - Special Edition Press kit / Bethesda

Weil Ermittler einen Unterstrich bei einem Skyrim-Benutzernamen übersahen, verbrachte ein unschuldiger Kanadier 18 Monate wegen eines fremden Verbrechens im Gefängnis.

Ein einziger fehlender Tastenanschlag der Polizei reichte aus, um das Leben eines Unschuldigen zu ruinieren. Als Ermittler aus dem US-Bundesstaat Wisconsin im Jahr 2018 versuchten, einen Verdächtigen in einem Fall von Online-Missbrauch von Kindern zu identifizieren, stießen sie auf ein Konto bei der Messenger-App Kik. Der Name basierte auf dem Spruch „Fus Ro Dah“ aus dem Videospiel The Elder Scrolls V: Skyrim. Die Beamten forderten die Nutzerdaten gerichtlich an, machten dabei jedoch einen verhängnisvollen Fehler.

Eine fatale Verwechslung

Wie in einem Bericht von Dexerto detailliert geschildert wird, lautete der tatsächliche Benutzername des Täters „fus__ro_dah“ mit zwei Unterstrichen. Die gerichtliche Anfrage der Polizei enthielt jedoch nur einen einzigen Unterstrich („fus_ro_dah“) – ein Konto, das dem Kanadier Brandon Klayme aus Halifax gehörte. Kik übermittelte daraufhin Klaymes Kontaktdaten, woraufhin kanadische Beamte im Februar 2020 sein Haus durchsuchten und seine elektronischen Geräte beschlagnahmten.

Obwohl die Ermittler keinerlei Beweise auf Klaymes Geräten fanden und ihm nicht einmal die Nutzung der App im besagten Zeitraum nachweisen konnten, wurde das Verfahren fortgesetzt. Der Skyrim-Fan wurde 2024 wegen 3 Anklagepunkten verurteilt und erhielt eine Haftstrafe von 18 Monaten, die er vollständig absitzen musste.

Weder die Strafverfolger noch die Verteidigung bemerkten den fehlenden Buchstaben im ersten Prozess. Der Fehler blieb unentdeckt, bis der Anwalt Zeb Brown die ursprüngliche Vorladung bei der Vorbereitung der Berufung genauer analysierte. Erst durch diese genaue Prüfung kam der fatale Irrtum der Ermittler ans Licht.

Vollständiger Freispruch nach Justizirrtum

Am 23. Juli hob das Berufungsgericht von Nova Scotia das Urteil auf und sprach Klayme von allen Vorwürfen frei. Das Richtergremium stellte klar, dass Klayme tatsächlich unschuldig sei und niemals hätte angeklagt oder verurteilt werden dürfen. Das Gericht betonte, dass die korrekten Kontoinformationen während des ursprünglichen Prozesses vorgelegen hatten, es jedoch keine Erklärung dafür gebe, wie dieser entscheidende Unterschied übersehen werden konnte.

Brandon Klayme erklärte nach seiner Freilassung, wie ein winziger Tippfehler sein gesamtes Leben aus den Fugen gerissen hat. Nachdem er 1,5 Jahre hinter Gittern für ein Verbrechen verbracht hat, das er nie begangen hat, prüft er nun rechtliche Schritte. Es ist derzeit noch unklar, ob Klayme Schadensersatz von den Behörden für diesen dramatischen Justizirrtum fordern wird.