Startseite Nachrichten Trumps BBC-Klage: Milliardenforderung trifft auf nur 285 potenzielle US-Zuschauer

Trumps BBC-Klage: Milliardenforderung trifft auf nur 285 potenzielle US-Zuschauer

Donald Trump
Foto: Shutterstock.com

Verblüffende Zahlen kommen im Zusammenhang mit Trumps $10-Milliarden-Klage gegen die BBC ans Licht.

Donald Trumps milliardenschwerer Rechtsstreit mit der BBC hat ein bemerkenswertes neues Detail erhalten, nachdem Zuschauerzahlen für die Dokumentation, die im Mittelpunkt seines Falls steht, bekannt wurden.

Der US-Präsident fordert $10 Milliarden von dem britischen Sender wegen einer Panorama-Folge, die kurz vor der Präsidentschaftswahl 2024 ausgestrahlt wurde.

Doch Aussagen, die in einer überarbeiteten Gerichtsakte zitiert werden – zu der The Mirror Zugang erhalten hat –, deuten darauf hin, dass während des gesamten Zeitraums, in dem die Sendung online verfügbar war, weniger als 300 Streams mit internetbasierten US-Verbindungen verknüpft waren.

Fragen bezüglich der Größe und Reichweite des amerikanischen Publikums könnten nun an Bedeutung gewinnen, da Trump Schadensersatz hauptsächlich wegen angeblicher Rufschädigung fordert.

Trumps Fall betrifft eine Panorama-Sendung, die eine Woche vor der Wahl 2024 in Großbritannien ausgestrahlt wurde.

Die Kontroverse konzentrierte sich auf die Bearbeitung von Äußerungen Trumps in der Sendung, die er während seiner Rede am 6. Januar 2021 machte, bevor seine Anhänger zum US-Kapitol marschierten.

Die BBC hat eingeräumt, dass der Schnitt den Zuschauern den Eindruck hätte vermitteln können, dass Äußerungen, die an verschiedenen Stellen von Trumps Rede gemacht wurden, nacheinander gesprochen worden waren.

Trumps Anwälte warfen dem Sender daraufhin einen „dreisten“ Versuch vor, sich in die Präsidentschaftswahl einzumischen, und argumentierten, die Sendung habe seinen Ruf geschädigt.

Die Dokumentation wurde jedoch nicht im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt.

Nur 285 Streams mit US-Adressen verknüpft

Richard Cooper, der Direktor für digitale Distribution der BBC, legte im Rahmen einer eidesstattlichen Aussage im Zusammenhang mit der Klage Zuschauerinformationen vor.

Laut Cooper verzeichnete die Sendung über den BBC iPlayer etwa 570.000 Aufrufe.

Nur 285 Streams waren mit IP-Adressen verknüpft, die sich in den Vereinigten Staaten befunden haben könnten. Lediglich 34 waren Florida zugeordnet, wo Trumps Fall verhandelt wird.

Selbst diese Zahlen belegen nicht, dass 285 Personen die Sendung tatsächlich von amerikanischem Boden aus gesehen haben.

Cooper habe Berichten zufolge erklärt, dass IP-Informationen zu irreführenden geografischen Ergebnissen führen könnten. Die meisten der 34 Streams, die anscheinend Florida zugeordnet waren, wurden beispielsweise über eine Adresse in Slough, England, zurückverfolgt, die mit dem Kreuzfahrtunternehmen Carnival verbunden ist, dessen Hauptsitz sich in Florida befindet.

Darüber hinaus umfassen die 285 potenziellen amerikanischen Streams ungefähr das gesamte Jahr, in dem die Dokumentation online verfügbar war, und nicht nur die Woche vor der Wahl.

Riesige Schadensersatzforderung mit ungewöhnlicher Berechnung

Trump fordert von der BBC insgesamt $10 Milliarden, was umgerechnet etwa £7,4 Milliarden entspricht.

Gemessen an den 285 Streams, die potenziell mit amerikanischen Verbindungen in Verbindung gebracht werden, beläuft sich die Forderung auf etwa $35 Millionen pro potenziellem US-Zuschauer.

Sein Anwaltsteam hat die Klage kürzlich überarbeitet, nachdem der Fall auf eine weitere Komplikation gestoßen war, die die Art und Weise betraf, wie Trump finanzielle Schäden nachweisen wollte.

Anwälte hatten ursprünglich argumentiert, die Sendung habe wirtschaftliche Verluste verursacht. Die Verfolgung dieses Arguments hätte von Trump die Bereitstellung von Informationen über die finanzielle Leistung Hunderter mit ihm verbundener Unternehmen erfordert, nachdem der Richter erklärt habe, solche Beweise seien zur Feststellung der angeblichen Verluste notwendig.

Trumps Anwälte änderten daraufhin ihren Ansatz.

Fall konzentriert sich nun auf Trumps Ruf

Die überarbeitete Klage verlagert den Fokus von angeblichen Schäden an Trumps Unternehmen hin zu den Auswirkungen, die die Sendung angeblich persönlich auf ihn hatte.

Laut seinem Anwaltsteam „konzentriert sich der geänderte Fall von Präsident Trump auf die Reputationsschäden, die er erlitten hat“.

Anwälte identifizieren nun „persönliche Rufschädigung als den primären Ausgleichsschaden“.

Der Richter hat der geänderten Klage stattgegeben, wodurch Trumps Fall trotz der überarbeiteten Grundlage für die Schadensersatzforderung fortgesetzt werden kann.

Die während des Verfahrens offengelegten Zuschauerzahlen werfen jedoch eine potenziell wichtige Frage für den Rechtsstreit auf: Wie viel Reputationsschaden konnte die Sendung in den Vereinigten Staaten verursachen, wenn die verfügbaren Daten weniger als 300 Streams mit potenziellen amerikanischen Internetverbindungen verknüpfen?