Trumps Entscheidung zu Kim Jong Un löst Warnungen bezüglich Amerikas Verbündeter aus.
Donald Trumps Entscheidung, gemeinsame Militärübungen mit einem wichtigen asiatischen Verbündeten zu reduzieren, stößt auf Kritik einer einflussreichen konservativen Zeitung. Diese argumentiert, dass dieser Schritt das Vertrauen in die amerikanischen Sicherheitszusagen zu schwächen drohe.
Die Redaktion des Wall Street Journal hat dem Präsidenten vorgeworfen, er verfolge eine „Politik der Beschwichtigung“ gegenüber dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, nachdem Trump eine Reduzierung der von den Vereinigten Staaten und Südkorea durchgeführten Militärübungen angeordnet hatte.
Trump verteidigte die Entscheidung, indem er auf seine persönliche Beziehung zu Kim verwies und diese als „sehr gut“ bezeichnete. Seine Ankündigung hat dennoch Fragen zu den Konsequenzen für die Abschreckung auf der Koreanischen Halbinsel aufgeworfen.
Gemeinsame Übungen spielen seit Langem eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung amerikanischer und südkoreanischer Streitkräfte auf eine mögliche militärische Konfrontation mit Nordkorea.
Das Wall Street Journal argumentiert, dass deren Reduzierung genau das falsche Signal an Pjöngjang senden könnte.
Laut seiner Redaktion „sendet die Entscheidung eine Botschaft der schwächer werdenden Abschreckung und Einsatzbereitschaft gegenüber einem Regime, das eine Geschichte von Drohungen und Aggressionen gegen den Süden hat.“
Trump kritisierte Südkorea auch bei der Ankündigung der Änderung und verwies auf das, was er als unzureichende Unterstützung bei amerikanischen Bemühungen bezüglich Iran ansieht.
Das Journal deutete an, dass Druck von anderer Seite die Berechnungen des Präsidenten beeinflussen könnte. Sein Leitartikel warf die Möglichkeit auf, dass Trump versuche, die Aufmerksamkeit vom anhaltenden Konflikt mit Iran abzulenken oder den Druck auf die amerikanischen Militärressourcen zu mindern.
US-Waffenlieferungen unter Druck
Fragen bezüglich dieser Ressourcen haben sich während des Iran-Konflikts verstärkt.
Reuters berichtete Anfang dieses Monats, dass die Bestände der US-Armee an hochpräzisen Langstreckenraketen auf potenziell gefährliche Niveaus gesunken seien, da Waffen durch die Kämpfe verbraucht würden.
Laut dem Quelltext seien 18 amerikanische Soldaten getötet und über 600 verletzt worden während des Konflikts.
Solcher Druck liefert zusätzlichen Kontext für Trumps Entscheidung, obwohl das Journal auch eine weitere mögliche Erklärung anführte: einen Versuch, die Beziehungen zu Kim zu verbessern, während die amerikanischen Waffenbestände und Übersee-Einsätze strapaziert seien.
Trump selbst betonte bei der Erklärung des Schrittes seine Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber, anstatt erschöpfte Waffenbestände als Grund anzuführen.
Sorgen um Amerikas Ruf als Verbündeter
Potenzielle Konsequenzen könnten sich laut dem Journal weit über die militärische Einsatzbereitschaft auf der Koreanischen Halbinsel hinaus erstrecken.
Seine Redaktion argumentierte, dass die Reduzierung der Übungen „den wachsenden Glauben in Asien und Europa verstärken könnte, dass die USA ein unzuverlässiger Verbündeter werden.“
Fragen zur amerikanischen Zuverlässigkeit haben besondere Bedeutung für Länder, die stark vom militärischen Schutz Washingtons abhängen.
Die Zeitung warnte auch, dass Zweifel an den Sicherheitszusagen der USA Argumente in Südkorea für die Entwicklung einer unabhängigen nuklearen Abschreckung stärken könnten.
Nordkorea verfügt bereits über ein wachsendes Nukleararsenal, was bedeutet, dass jeder ernsthafte Schritt Seouls zum Erwerb eigener Atomwaffen das Sicherheitsgleichgewicht in der Region erheblich verändern könnte.
Trumps Ansatz stellt daher seine Beziehung zu Kim neben eine umfassendere strategische Frage, vor der Washington steht: ob eine Reduzierung des militärischen Drucks auf Pjöngjang die Beziehungen verbessern kann, ohne gleichzeitig die Abschreckung zu schwächen, die amerikanische Allianzen in Asien bieten sollten.