Der von den beiden Diktatoren geschlossene Pakt mag für ihre jeweiligen Militärs von Vorteil sein. Doch bisher will kein Russe für einen Urlaub in Nordkorea um die halbe Welt reisen.
Beamte in Moskau haben monatelang versucht, den russischen Bürgern ein neues Urlaubsziel schmackhaft zu machen.
Sie beschreiben wunderschöne Strandresorts, verschneite Skipisten und unterhaltsame Gruppenausflüge.
Den Veteranen, die von der Front in der Ukraine zurückkehren, werden sogar spezielle Rabatte für einen Urlaub dort angeboten.
Das Land, das Russland seinen Bürgern schmackhaft machen will, ist Nordkorea.
Der Traum vom Urlaub
Doch die Russen, die sich auf den Urlaub vorbereiten, lassen sich nicht überzeugen.
Trotz der Hochglanz-Werbevideos und der wachsenden Liste organisierter Touren haben fast keine Russen die Reise nach Nordkorea angetreten.
Niemand will Urlaub in Nordkorea machen
Etwa 5.000 Russen reisten im Jahr 2025 nach Nordkorea in den Urlaub. Diese Schätzung stammt direkt von Sergei Kriwonossow, dem stellvertretenden Leiter des Tourismusausschusses der Staatsduma.
Kriwonossow prognostiziert düster, dass die Gesamtzahl im Jahr 2026 auf etwa 6.000 steigen wird.
In einem Land mit über 140 Millionen Einwohnern stellen diese Zahlen einen winzigen Prozentsatz aller Russen dar. Brancheninsider sind sich einig, dass die lange Reise für normale Familien ein extremer Ausreißer bleibt.
Artur Muradjan, Vizepräsident des Verbandes der Reiseveranstalter Russlands, stellte fest, dass Nordkorea auf dem russischen Tourismusmarkt ein Nischenreiseziel bleibt.
Ein politischer Vorstoß
Dieser offizielle Reisevorstoß ist Teil einer größeren geopolitischen Verschiebung für Russland. Die Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang haben sich nach Russlands Invasion in der Ukraine rapide entwickelt. Es gibt sogar Gespräche darüber, dass Nordkorea bis zu 50.000 seiner Soldaten an die Front in Russland entsenden könnte.
Präsident Wladimir Putin reiste im Juni 2024 nach Pjöngjang, was seine erste Reise in die nordkoreanische Hauptstadt seit dem Jahr 2000 markierte.
Während dieses hochrangigen Treffens unterzeichneten Putin und der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un einen gegenseitigen Verteidigungspakt. Das historische Abkommen sah offiziell den Ausbau der bilateralen Tourismusbeziehungen neben der militärischen Zusammenarbeit vor. Doch die Umwandlung formeller diplomatischer Allianzen in ein beliebtes Urlaubsziel erweist sich als weitaus schwieriger, als russische Beamte ursprünglich angenommen hatten.